Dienstag, 27. Dezember 2016

{Rezension} Insomnia

Heute erscheint "Insomnia", ein Thriller mit Gänsehautgarantie. Wer zu Weihnachten einen Büchergutschein bekommen hat, sollte ihn für dieses Buch verwenden.


Inhalt: 
Nach einer Party verschwindet die 17-jährige Mallory Knight. Ein Großaufgebot sucht nach ihr, unter anderem Special Agent Bobby Dees, Spezialist bei der Suche nach verschwundenen Kindern und Jugendlichen. Als Mallory wieder auftaucht, behauptet sie, dem "Hammermann", einem psychopathischer Serienkiller, entkommen zu sein.
Vier Jahre später glaubt sie, ihr Leben im Griff zu haben, als erneut alles außer Kontrolle gerät. Der Hammermann scheint ein weiteres Mädchen entführt zu haben. Mallory muss erkennen, dass auch sie in Gefahr ist...

Meine Meinung:
Dieses Buch beginnt rasant und wird nur unwesentlich langsamer, als Mallorys Verschwinden aufgeklärt ist. Schon bald startet es in die zweite, noch aufregendere Runde einer scheinbar aussichtslosen Jagd. Nur selten konnte man als Leser verschnaufen. Dafür war der Drang, unbedingt weiter zu lesen, umso größer. Dieses Buch hat mich wirklich gepackt.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Bobby Dees, Mallory Knight und dem Hammermann erzählt. Dadurch gewinnt man interessante Einblicke in die unterschiedlichen Perspektiven, ohne jedoch zu viel zu wissen. Für mich war es hilfreich, um mich in die unterschiedlichen Charaktere hineinversetzen zu können. Gleichzeitig fand ich es gut, dass nicht nur aus der Sicht der ermittelnden Beamten geschrieben wurde, sondern man direkt mit Opfer und Täter die Schrecken erleben konnte.
Die Figuren waren alle sehr gut ausgearbeitet. Besonders mit Mallory konnte ich gut mitfühlen und sie war mir trotz ihrer Fehler von Anfang an sympathisch. Wahrscheinlich habe ich deshalb auch so mit ihr mitgelitten. Doch auch Bobby Dees Handlungen waren für mich verständlich. Da er ebenfalls seine Situation beschreibt, war sie für mich genauso real wie Mallorys. Daneben gab es noch eine ganze Reihe von mehr oder weniger großen Nebenrollen. Auch hier merkt man, wie viel Mühe sich die Autorin bei deren Ausarbeitung gegeben hat. Wie üblich mochte ich hier manche mehr und andere weniger. Hervorhebenswert ist hier, dass man nicht alle zweifelsfrei einschätzen konnte. Da sie nur aus der Sicht von anderen beschrieben werden statt selbst zu erzählen, bekam man auch nur ein eingeschränktes Bild von ihnen, was aber die Spannung und Ungewissheit auf einem hohen Level hielt.
Der Hammermann ist ein genial konzipierter Serienmörder, dessen Grausamkeit einem beim Lesen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Da einzelne Kapitel aus seiner Sicht geschrieben sind, entwickelt man bis zu einem gewissen Grad sogar Verständnis für ihn. Die Autorin hat eine gute Mischung zwischen Liebe zum Details und gnädiger Unbestimmtheit gefunden, sodass man sich die schrecklichen Taten zwar vorstellen kann, aber nicht von den Bildern verfolgt wird. Somit ist das Buch auch für diejenigen geeignet, die lieber Psychospielchen mögen als Gewalt.
Die gesamte Story ist in sich schlüssig. Beim Lesen konnte ich mir gut vorstellen, dass alles genau so passieren kann. Manche Details fügen sich auch erst am Ende auf wundersame Weise zusammen. Sie erscheinen zwar niemals unglaubwürdig, treten aber plötzlich in ein neues Licht und man erschrickt nochmal über schon Geschehenes. Am Ende laufen so viele Fäden zusammen, dass man sich fast fragen muss, warum man diese Dinge nicht von Anfang an geahnt hat. Hier zeigt sich auch wieder das Talent der Autorin, mit der Erwartung des Lesers zu spielen.

Fazit:
Durchweg gelungener Psychothriller, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Man kann wunderbar mitfiebern und sich am Ende über die Nähe zur Realität gruseln oder über die gelungene Auflösung der Zusammenhänge freuen.

Freitag, 16. Dezember 2016

{Zitat} Wie wir sind

Ich habe Anfang des Monats "Until we fly" von Courtney Cole gelesen. Darin gab es zwei Zitate, die mich sehr getroffen haben, weil sie so wahr sind. Beide hat Branden, der männliche Protagonist, als Teenager von seiner Oma gesagt bekommen und gibt sie nun an seine Freundin weiter. 


Hier habe ich mich auf jeden Fall wiedergefunden. Ich bin auch manchmal unzufrieden ohne genau sagen zu können, was ich eigentlich will. Meinen Freund regt das jedes Mal ziemlich auf. Dem Zitat hat er sofort zugestimmt, vielleicht hat er jetzt mehr Verständnis. Mir hat es jedenfalls gezeigt, dass ich demnächst vielleicht schneller zum Ziel komme, wenn ich die Frage anders stelle. Also nicht mehr "Was will ich?", sondern "Was will ich nicht?". 


Dieser Satz hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Wie in wahrscheinlich jedem Leben gab es auch bei mir schon Zeiten, die nicht einfach waren und die ich am liebsten löschen oder verändern würde. Wenn ich es mir jedoch genau überlege, haben einige schwierige Zeiten auch dazu geführt, dass Veränderungen in Gang gesetzt wurden, die schließlich zu etwas Gutem geführt haben. Manchmal musste ich fallen, damit ich mich selbst oder meine Situation verändern konnte. Manchmal musste ich erst unten sein, um den Gipfel wieder sehen zu können. Wenn der Weg nicht richtig war, ist es manchmal vielleicht besser, ganz neu zu beginnen als krampfhaft weiterzugehen. 
Erfahrungen prägen dich, machen dich zu dem Menschen, der du heute bist. Wo wärst du, wenn du nicht gefallen wärst? Wenn du kein Risiko eingegangen wärst?

Samstag, 10. Dezember 2016

{Rezension} Wedora

Ich bin ein großer Fan von Markus Heitz und liebe vor allem seine Urban-Fantasy-Werke. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, als ich auf der Buchmesse sein neuestes Buch "Wedora" mitnehmen durfte.


Inhalt:
Unverhofft finden sich der charmante Dieb Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija in der Wüstenstadt Fedora wieder. Fernab ihrer Heimat müssen die beiden sich nun in einer chaotischen Welt zurechtfinden. Dabei werden sie in Intrigen und Machtspiele hineingezogen und wollen doch eigentlich nur eins: Zurück nach Hause.

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt direkt spannend und man meint zu ahnen, worauf es hinauslaufen muss. Schnell ändern sich aber die Verhältnisse in beiden Welten, sodass das angestrebte Ziel nicht mehr erstrebenswert scheint. Damit verliert das Buch einen entscheidenden Anreiz, was dazu geführt hat, dass meine Motuivation es wieder in die Hand zu nehmen eher gering war. Wenn man aber einmal in die Geschichte eingetaucht ist, dann genügt die Spannung der zahllosen kleineren Abenteuer, um lange weiter zu lesen. Am Ende konnte ich sogar verstehen, warum der Autor bestimmte Dinge geschehen lässt, die mir anfangs nicht gepasst haben.
Wedora ist eine komplexe Welt mit ihren ganz eigenen Gesetzen. Einiges kann man schon dem Personen- und Begriffsverzeichnis auf den ersten Seiten entnehmen, aber vieles lernt man erst an der Seite der Figuren oder es schwingt unterschwellig mit. Alles ist in sich stimmig und wurde vom Autor wahrscheinlich akribisch ausgearbeitet. Auch Details, die mir zuerst komisch vorkamen, haben sich später in das Gesamtbild eingefügt. Bemerkenswert fand ich auch, dass mir nichts explizit aus anderen Büchern bekannt vorkam. Das zeugt doch schon von viel Kreativität.
Durch die verschiedenen Orte und Handlungsträger laufen mehrere Erzählstränge parallel, die sich zwischendurch kreuzen oder zusammen geführt werden. Dadurch hat man als Leser ein umfassenderes Bild der Ereignisse, als es die Figuren selbst haben. So kann man eigene Schlussfolgerungen ziehen, bevor sich Dinge auflösen, nur um dann zu sehen, dass es auch unerwartet kommen kann. Besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen, weil es eine ungewöhnliche, aber charmante Auflösung des zentralen Problems bildet und letztlich alle Sympathieträger zufrieden stellt.
Der Schreibstil ist natürlich top, genau so, wie man es von ihm gewohnt ist. Eine detailgetreue Beschreibung der Umgebung und des Geschehens, ohne den roten Faden zu verlieren. Er schafft eine faszinierende Welt, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat.
Die verschiedenen Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet. Gute und Böse sind durch zahlreiche Eigentschaften gekennzeichnet und besitzen oft Aspekte beider Seiten. Man merkt beim Lesen, dass der Autor zu jedem eine ausführliche Lebensgeschichte im Kopf hat, auch wenn er nicht so viel verrät. Dadurch erscheinen die Figuren real und greifbar.


Im Buch sind verschiedene Karten enthalten, die die Welt um die Stadt Wedora zeigen. Diese sind nicht nur schön gestaltet, sondern haben mir auch oft bei der Orientierung geholfen. Besonders die Karte mit den verschiedenen Stadtviertel im Buchumschlag habe ich gebraucht. Hier wäre allerdings noch eine Nummerierung der Viertel hilfreich, so wie es auch in der Geschichte vorkommt. Manche Stellen auf den Karten werden nur kurz angesprochen. Hier ist sicher noch Raum für eine Fortsetzung der Geschichten in und um Wedora. Und auch das Ende von Liothan und Tomeija bleibt offen für weitere Abenteuer. Andererseits ist die Geschichte so gut abgeschlossen, dass man sie auch für sich stehend lesen kann.

Fazit:
Wieder eine spannende Geschichte vom Fantasy-Großmeister. Für mich nicht so gut wie seine Vampirgeschichten, aber auf jeden Fall lesenswert für Fans der High-Fantasy.

Samstag, 3. Dezember 2016

{Leseliste} Dezember

Da es letzten Monat so gut lief, habe ich mir jetzt ein bisschen mehr vorgenommen. Da sind allerdings einige dickere Bücher dabei, also mal schauen, wie viel ich tatsächlich schaffe.
Mit welchem Buch sollte ich euer Meinung nach beginnen?


Jessica Koch - Dem Horizont so nah
Sebastian Fitzek - Das Paket
Guillaume Musso - Nachricht von dir
Karen Thompson Walker - Ein Jahr voller Wunder
Christopher Husberg - Frostflamme
Jennifer Benkau - dark canopy