Mittwoch, 22. November 2017

{Rezension} Housesitter








Er lebt in den Wohnungen von Paaren, die im Urlaub sind. Wenn sie zurück kommen, erschlägt er den Mann und nimmt die Frau mit sich. Er ist auf der Suche nach der perfekten Partnerin. Doch Thomas überlebt und setzt alles daran, seine Freundin wieder zu finden.







Das Buch war sehr schnell sehr spannend. Zuerst zeigt uns der Täter Saskia und Thomas, dann kommen wir mit ihnen aus dem Urlaub zurück und sofort wird deutlich, dass etwas nicht stimmt. Als Thomas im Krankenhaus aufwacht, erfährt er, dass seine Freundin entführt wurde. Da der zuständige Polizist ihm nicht engagiert genug erscheint, macht er sich gemeinsam mit seinem Bruder und der jungen Polizistin Priska Wagner selbst auf die Suche nach Saskia. Doch er bleibt nicht das einzige Opfer des Housesitters.
Thomas erfährt auf dem Rückflug, das er Vater wird, doch die Freude will sich nicht so recht einstellen. Anscheinend ist er sich seiner Gefühle nicht mehr hundertprozentig sicher. Doch als Saskia verschwindet, scheinen alle Zweifel wie ausgelöscht. Er lässt nichts unversucht, um sie wieder zu finden und erscheint als treu liebender Freund. Es entsteht der Eindruck, er müsste seine Zweifel und Selbstvorwürfe durch übertriebenen Aktionismus kompensieren. Für mich war seine Gedankenwelt authentisch beschrieben. Er erlebt eine Ausnahmesituation und reagiert natürlich nicht immer rational. Dennoch konnte ich seine Handlungen gut nachvollziehen.
Priska Wagner arbeitet eigentlich in einem anderen Bezirk, doch anhand eines Details glaubt sie an eine Verbindung zwischen ihrem aktuellen Fall und dem Housesitter. Sie lässt nicht locker und ermittelt auf halblegalen Wegen, um ihre Vermutungen bestätigen zu können. Wir lernen sie als zupackende und eifrige Polizistin kennen, die zwar schlecht im Team arbeiten kann, sich dafür aber mit ganzem Herzen einsetzt. Sie lernt Thomas im Krankenhaus kennen und hilft ihm bei der Suche nach Saskia. Durch ihre Hartnäckigkeit kann eine bisher unbeachtete Komplexität aufgedeckt werden. Sie war mir von allen Figuren am sympathischsten.
Zwischen der normalen Handlung gibt es immer wieder Kapitel, die aus der Sicht des Täters geschrieben sind. Darin schweift er sehr oft in seine Erinnerungen ab, wodurch wir etwas über seine Vergangenheit erfahren. Hier wird quasi ein zweiter Spannungsbogen aufgebaut und man beginnt langsam, Verbindungen zu seinem heutigen Verhalten herzustellen. Gleichzeitig dringt man in die Psyche eines Mannes ein, der unverständliche Grausamkeiten begeht. Bei mir hat das dazu geführt, dass ich so etwas wie Mitleid für ihn entwickelt habe und es mir manchmal schwer fiel, ihn ausschließlich als den Bösen in der Geschichte zu betrachten.
Der Schreibstil ist relativ nüchtern. Der Autor beschreibt nur das, was er für die Handlung braucht, und hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Dadurch gibt es auch keine Längen, sondern es bleibt durchweg spannend, auch wenn neue Personen eingeführt werden. Es werden allerdings auch nicht mehr Emotionen beschrieben als nötig, was es mir manchmal etwas schwer gemacht hat, mich völlig in die Figuren hineinzuversetzen. Als außenstehender Beobachter ist es jedoch gut zu lesen.








Ein lohnenswerter Thriller, der nicht nur Angst vor dem nächsten Urlaub macht, sondern statt durch Brutalität mit psychischen Entwicklungen überzeugt.

Donnerstag, 16. November 2017

Wie ich meinen SuB schrumpfte

Wäre mein digitaler SuB ein realer Stapel, würde er mich vermutlich demnächst erschlagen. Zähle ich auch Reihenbände als einzelne Bücher, besaß
ich über 200 eBooks, die ich noch nicht gelesen habe. Davon habe ich mich in den letzten Monaten ziemlich unter Druck setzen lassen, weil ich dachte, ich müsste die tatsächlich alle lesen.
Für alle, die ihren SuB ebenfalls als Problem betrachten, zeige ich heute, mit welchem System ich meine eBooks radikal aussortiert habe.

Schritt 1: Überblick verschaffen
Zuerst habe ich mir eine Liste all meiner noch nicht gelesenen eBooks angefertigt. Ich bevorzuge dafür eine wilde Zettelwirtschaft, die strukturierten unter euch können das natürlich auch am Computer machen. Jedenfalls kann man in dieser Liste jetzt Kommentare ergänzen und alles sortieren, ohne jedes Buch einzeln anschauen zu müssen. Das macht es auch einfacher, die Kriterien gleichmäßig anzuwenden.

Schritt 2: Was ist das?
Als nächstes habe ich direkt einige Bücher wieder gestrichen und in separate Listen geschrieben. Dabei habe ich diejenigen herausgenommen, bei denen mir auf Anhieb klar war, dass ich sie noch lesen muss und warum. Eine zweite Ausnahme bilden die Bücher, bei denen ich noch wusste, dass sie mir mal jemand empfohlen hat, dessen Geschmack ich vertraue. Dazu gehören auch die Bücher aus der 100Books-Challenge.


Schritt 3: Klappentexte lesen
Tatsächlich habe ich erst jetzt einen genaueren Blick auf den Inhalt der Bücher geworfen. Bei vielen Büchern hatte ich schon gar keine Ahnung mehr, worum es geht und wie sie auf meinen SuB gekommen sind. Deshalb habe ich jetzt die Klappentexte gelesen und oftmals auch kurze Lesermeinungen zu rate gezogen. Die Plattform Lovelybooks eignet sich dafür ziemlich gut, da bekommt man beides zusammen serviert. Funktioniert auch, wenn ihr kein Mitglied der Seite seid.

Schritt 4: Interesse ausloten
Nachdem ich jetzt wieder eine genauere Vorstellung der einzelnen Bücher habe, kann ich anfangen, wirklich auszusortieren. Dafür habe ich nach Kriterien gesucht, die mich bisher häufig an Büchern gestört haben oder Themenbereiche, die mich einfach nicht interessieren. Ein paar Punkte lassen sich relativ leicht berücksichtigen: das Alter der Protagonisten; die Zeit, in der die Geschichte spielt; Reihe oder Einzelband; die Tiefe der Story...

Jetzt ist die größte Schwierigkeit, sich dazu durchzuringen, ein Buch tatsächlich von der Liste zu streichen. Ich tue mich da wahnsinnig schwer, aber anhand klarer Kriterien fiel es mir schon leichter. Es hat auch geholfen, dass ich mir klar gemacht habe, dass ich nichts verliere, wenn ich ein Buch nicht lese - das ich aber durchaus Zeit "vergeude", wenn ich etwas lese, dass mich eigentlich nicht interessiert. Und da die Vorlieben bei jedem unterschiedlich sind, ist es durchaus auch legitim, ein Buch von seinem SuB zu tilgen, dass andere Leute gehypt haben.

Wie geht es weiter?
Ich habe eine ganze Menge Bücher mit Fragezeichen versehen. Zu viele, um sie alle zu lesen, aber eben auch zu viele, um sie einfach so zu entfernen. Deshalb habe ich mir etwas anderes überlegt: Schafft es ein*e Autor*in, mich im ersten Kapitel von seinem*ihrem Werk zu überzeugen, werde ich das Buch behalten und lesen. Wenn nicht, wird es abgebrochen.


Im Moment habe ich immer noch gut 100 eBooks auf meinem SuB. Ich hoffe, die Zahl noch weiter reduzieren zu können.

Samstag, 11. November 2017

{Rezension} Irresistible

Heute mal wieder eine Liebesgeschichte. Diese hier überzeugt mit einem ungewöhnlichen Setting und einer starken männlichen Perspektive.








Als Bradys Bruder und seine Frau bei einem Unfall ums Leben kommen, muss er sich plötzlich nicht nur um deren Farm kümmern, sondern auch um ihr Baby. Dabei wird er von Katherine unterstützt, einer Freundin der Verstorbenen. Zwischen den beiden beginnt es sofort heftig zu knistern, doch Brady ist kein Typ für eine schnelle Nummer. Außerdem hat er schließlich sein eigenes Leben, tausende Meilen entfernt, das auch nicht gerade einfach ist.







Die Geschichte verlief im Grunde genau so, wie ich das erwartet habe. Mal ehrlich: Es ist doch völlig klar, dass Ray und Victoria am Ende zusammen kommen. Das ist kein Spoiler, sondern der Grund, warum man dieses Buch überhaupt zur Hand nimmt. Was nützt mir ein heißer Bad Boy, wenn er nicht am Ende mir (respektive der weiblichen Hauptprotagonistin) gehört? Das Spannende an der Geschichte ist ja auch nicht das Ende, sondern der Weg dahin. Ich will miterleben, wie die beiden langsam eine immer engere Beziehung aufbauen, will mit ihnen dieses Kribbeln der neuen Verliebtheit fühlen und sehen, wie sie ihre kleinen und großen Probleme lösen. Und davon gibt es in dieser Geschichte wirklich einige.
Abwechselnd wird aus der Sicht von Brady und Katherine erzählt, sodass beide Gefühlswelten verständlich werden. Dabei merkt man auch, wie unterschiedlich sie manche Dinge wahrnehmen und was ihnen jeweils wichtig ist. Gerade bei Brady war eine starke Entwicklung spürbar. Er ist zwar nur äußerlich der typische Bad Boy, aber ein Baby war bei ihm trotzdem nicht so bald geplant. Das einfache Leben auf der Farm und die Abgeschiedenheit zwingen ihn dazu, sich mit seiner Situation auseinanderzusetzen. Er versucht für seine trauernden und finanziell knappen Eltern da zu sein, muss aber lernen, dass er auch Hilfe annehmen darf.
Insgesamt ist die finanzielle Lage ein großes Thema in dem Buch. Brady arbeitet im Geschäft seines Vaters, weil er sich ihm gegenüber verpflichtet fühlt. Dafür hat er seinen Traumjob aufgegeben. Neben der Miete für seine Wohnung muss er nun auch die Kosten für die Beerdigung zahlen, obwohl er in seiner Zeit auf der Farm kaum eigene Einkünfte hat. Deshalb will er die Farm schnellstmöglich verkaufen, um wenigstens eine Sorge los zu sein. Das führt natürlich zu einer zeitlich begrenzten Verbindung mit Katherine.
Die Probleme nach dem Tod eines nahen Angehörigen werden hier deutlich zum Ausdruck gebracht. Katherine versucht natürlich, die Familie nach Kräften zu unterstützen, aber kann das reichen? Man spürt, wie jeder einzelne mit dem Verlust zu kämpfen hat. Gerade am Anfang der Geschichte ist die Stimmung deshalb ziemlich bedrückt und diese Emotionen kommen auch im weiteren Verlauf immer wieder an die Oberfläche.
Brady und Katherine fühlen sich von Anfang an zueinander hingezogen. Diese knisternde Atmosphäre wird ansprechend vermittelt und droht mehr als einmal, sich auf fulminante Weise zu entladen. Der geübte Liebesroman-Leser weiß bereits, dass die beiden hoffnungslos verliebt sind, bevor sie es sich selbst eingestehen können. Hinzu kommt, dass beide eigentlich völlig unterschiedliche Leben führen und nur für eine klar begrenzte Zeit zusammen auf der Farm leben. Der innere Zwiespalt wird bei beiden gut dargestellt, wobei mir hier Katherine als die Stärkere erschien. Sie ist sich schneller im Klaren darüber, wo ihre Möglichkeiten und Grenzen liegen, während Brady weniger selbstreflexiv agiert.
Für mich war aber auch klar, dass die beiden alles etwas beschleunigen könnten, wenn sie sich einfach mal trauen würden, den Mund aufzumachen. Doch das ist natürlich nicht so einfach. Der Weg zum Happy End ist auch nicht so neu, aber dafür gut umgesetzt. Wenn man sich auf die Emotionen einlässt, ohne nebenbei mit anderen Büchern zu vergleichen, kann man auch die wie immer absolut notwendigen Schwierigkeiten und deren Lösung genießen.
Die kleine Isabella, die Tochter von Bradys Bruder, fand ich unheimlich süß. Ihre kindlich naive, ungezwungene und lebendige Art hat mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Sie ist es auch, die Katherine und Brady von Anfang an verbindet und dafür sorgt, dass sich jeder geliebt und gebraucht fühlt. Für mich ist sie der heimliche Star der Geschichte!








Für Fans des Genres ein absolutes Muss! Durch die tragischen und problembehafteten Umstände bekommt die Liebesgeschichte zwischen Brady und Katherine eine tiefere Dimension und wird in der Realität verankert. Die kleine Isabella ist ein besonderer Bonus.

Mittwoch, 8. November 2017

{Rezension} Das Lied der Krähen

Dieses Buch zählt definitiv zu meinen Highlights! Selten ist Fantasy so überzeugend, spannend und emotional geschrieben wurden. Lange habe ich nicht die richtigen Worte gefunden und jetzt fällt es mir schwer, mich zu beschränken. Ich hoffe, ihr könnt meine Argumentation nachvollziehen.








Kaz Brekker hat als skrupelloser Junge ohne Vergangenheit die Dregs wieder groß gemacht. Doch noch immer muss sich die Bande gegen andere Gangster durchsetzen. Da bekommt Kaz ein Angebot, dass er unmöglich ausschlagen kann; er soll für vier Millionen Kruge den Erfinder von Jurda Parem retten. Die Droge kann die magisch begabten Grischa noch mächtiger machen. Für dieses Unterfangen sucht Kaz die besten Leute aus, die er kennt. Schon bald sind sechs Menschen unterwegs in den Norden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Werden sie trotz ihrer Geheimnisse und Differenzen ein erfolgreiches Team bilden können?







Erst nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich bemerkt, dass die vor einigen Jahren erschienene "Grischa"-Trilogie in der gleichen Welt spielt, jedoch zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort. Ich habe jedoch auch ohne dieses Vorwissen gut in die Geschichte hineingefunden und kam mit der Welt bestens klar. Während "Grischa" noch ein Jugendbuch ist, handelt es sich hier deutlich um eine Geschichte für ältere Leser.
Am Anfang wird man einfach mitten in die Story hineingeworfen und lernt direkt Kaz und Inej kennen. Mir hat das gut gefallen und ich habe nur wenige Seiten gebraucht, um in die Geschichte gesogen zu werden. Es tauchen gleich zu Beginn sehr viele Namen auf, was zuerst etwas verwirrend ist, aber das wird mit der Zeit besser. Sobald man sich zurechtgefunden hat, merkt man, dass all diese Charaktere wichtig für die Handlung sind. Durch die Namen und Beschreibungen gewinnen sie eine klare Identität und es ist später einfacher, sie einzuschätzen.
Die einzelnen Figuren sind nicht so leicht zu durchschauen. Neben Kaz gehört vor allem Inej zu den Krähen. Sie ist das Phantom, bewegt sich absolut lautlos und kann an jeder Wand hinaufklettern. Nina ist eine Grischa, die ihre wahren Fähigkeiten meistens verbirgt. Sie hat Matthias ins Gefängnis gebracht und versucht nun, den Grischajäger wieder frei zu bekommen, weil die beiden eine gemeinsame Vergangenheit haben. Jesper ist Kaz rechte Hand, ein Meisterschütze, der nie still sitzen kann. Wylan dagegen ist ein ruhiger Typ, der von zu Hause abgehauen ist. Die Geheimnisse der Protagonisten werden oft nur angedeutet und dann Stück für Stück enthüllt. Allerdings wird nicht bei allen die komplette Vergangenheit aufgelöst, sodass noch einige Fragen offen bleiben. Trotzdem fühlt man sich den Charakteren sehr nah.
Die Kapitel wechseln zwischen der verschiedenen Perspektiven, sodass wir alle Figuren aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennen lernen. Dabei erfährt man auch etwas über die jeweiligen Gefühlswelten und Beweggründe. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen, dass er allerdings vor den anderen zu verbergen sucht.
Die Autorin schafft vielschichtige Beziehungen zwischen ihren Figuren. Es gibt kein klares Gut und Böse, sondern nur verschiedene Facetten. Freundschaft ist ein wichtiges, aber auch zerbrechliches Gut. Alle tun sich mehr oder weniger schwer damit, Vertrauen zuzulassen. Daneben keimen auch zarte romantische Gefühle auf, die zur Atmosphäre beitragen und die Verbindungen innerhalb der Gruppe noch einmal beeinflussen. Sie wurden jedoch so umgesetzt, dass sie den Fokus nicht vom Wesentlichen nehmen.
Die Handlung schreitet rasant voran und kennt kaum Pausen. Nur wenn die Figuren in Erinnerungen abschweifen, kann man als Leser kurz durchatmen. Auf jeden kleinen Sieg folgt sofort eine neue Herausforderung, die gemeistert werden muss. Es vergeht kaum eine Minute, in der sich niemand in Gefahr befindet. Dadurch fällt es unheimlich schwer, dass Buch überhaupt aus der Hand zu legen.
Die Autorin hat ein großes Talent zur Beschreibung. Alle Situationen und Umgebungen konnte ich mir perfekt vorstellen, obwohl sie nie mehr Worte als nötig verwendet hat. Dadurch fiel es mir leicht, der Handlung zu folgen. Auch die gut ausgearbeitete Gefühlswelt hat dazu beigetragen, dass ich mich komplett in der Geschichte verlieren konnte.
Das Ende hat noch einmal ordentlich reingehauen, nachdem die Story schon wieder ruhiger geworden war. Die Messlatte für den zweiten Band ist zwar ziemlich hoch gelegt, aber es bleibt auch genug Raum, eine würdige Fortsetzung zu schaffen. "Das Gold der Krähen" soll im September nächsten Jahres erscheinen.








Durch die bildlichen Beschreibungen hatte ich keine Mühe, der Handlung zu folgen. Die Gefühle waren für mich so lebensecht, dass ich mich komplett mit den Figuren identifizieren konnte. Die Geschichte ist wahnsinnig spannend und absolut lesenswert für Fans der High Fantasy.

Freitag, 3. November 2017

{Leseliste} November

Genau ein Jahr ist es nun her, dass ich begonnen habe, mir Leselisten zu machen. Insgesamt bin ich mit dem Konzept zufrieden. Ob ich mehr lese, ist schwer zu sagen, aber es kommt mir so vor. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Da ich meine eBook-Sammlung dringend aussortieren muss, habe ich mir für den November erstmal nur Printbücher rausgesucht. Hoffentlich schaffe ich es bald, auch meinen digitalen SuB wieder sinnvoll nutzbar zu machen.
Wie immer gilt: Wenn ihr schon eines der Bücher gelesen habt, dann erzählt mir davon! Positive Berichte motivieren mich ungemein. 
Und das sind die Kandidaten für den kommenden Monat:


Antonia Michaelis - Mr. Widows Katzenverleih
Janna Solinger - Zoe und die Liebe
Sebastian Fitzek - AchtNacht
Jennifer Estep - Karma Girl - Bigtime (1)
James Islington - Das Erbe der Seher

Was habt ihr euch vorgenommen? Oder sind Leselisten nichts für euch?

Dienstag, 31. Oktober 2017

{Gelesen} Oktober

Es wird wieder Zeit, auf den vergangenen Monat zurückzuschauen. Da habe ich leider nicht viel gelesen. Irgendwie war immer was los und ich hatte nur selten die nötige Ruhe. Das hat bei mir auch dazu geführt, dass mir der Anfang des Monats schon ewig weit weg erscheint und ich mich kaum noch daran erinnern konnte, was ich da alles gelesen habe. Zum Glück führe ich eine Liste.

Schauen wir uns doch zuerst mal an, was ich mir überhaupt vorgenommen hatte:


Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch (3)
Andreas Winkelmann - Housesitter
Antonia Michaelis - Mr. Widows Katzenverleih
Leigh Bardugo - Das Lied der Krähen
Susanna Ernst - Der Herzschlag deiner Worte
Lex Martin - Irresistible

Diesmal habe ich mich echt gut an die Liste gehalten. Nur eine Abweichung ist dabei.
"Dein letztes Solo" habe ich irgendwo unterwegs begonnen, als gerade nur der Tolino zur Hand war. Ich habe mich aber entschieden, es abzubrechen, weil es mich einfach nicht interessiert hat, wie die Geschichte weiter geht. Insofern hat es nur teilweise seine Berechtigung in meinem Lesemonat.


Leigh Bardugo - Das Lied der Krähen
Lex Martin - Irresistible
Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch (3)
Andreas Winkelmann - Housesitter
Sona Charaipotra & Dhonielle Clayton - Dein letztes Solo

Die Entscheidung für das Top-Buch des Monats war mal wieder nicht so leicht. Als Flop musste dann doch das Abgebrochene dienen, die anderen Bücher haben mir alle gut gefallen.


Leigh Bardugo - Das Lied der Krähen
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an begeistert. Großartige Fantasy mit eindringlichen Charakteren und dem gewissen Etwas.

Charaipotra & Clayton - Dein letztes Solo
Wechsel zwischen vielen Figuren, die aber alle nur ihren Alltag beschreiben. Ich konnte mich nicht für die kindischen Intrigen erwärmen.

Freitag, 27. Oktober 2017

5 gute Gründe, einfach mal nichts zu tun

Kennt ihr so Zeiten, in denen einfach nichts geht? Wenn ihr aus der Uni oder von der Arbeit kommt und euch direkt ins Bett begebt, weil mehr als Film gucken und Lesen nicht drin ist? Ihr würdet ja was mit Freunden unternehmen, wenn ihr dafür nicht aufstehen müsstet?
Solche Zeiten erlebe ich gerade. Wie den meisten fällt es mir schwer, mit der Unproduktivität umzugehen. Deshalb habe ich ein paar Gründe zusammengefasst, warum es okay ist, einfach mal faul zu sein.


1. Ein guter Rhythmus braucht auch Pausen! Was für die Musik gilt, ist auch im Alltag wichtig. Keiner möchte ein Lied hören, bei dem die Töne nicht mehr verklingen dürfen, wenn sie einmal angespielt wurden. Auch das Schlagzeugspiel besteht ja aus Schlägen und den Pausen dazwischen. Ebenso ist es wichtig, dass wir nicht nonstop arbeiten, sondern uns auch immer wieder Ruhephasen gönnen. Sonst kann es sein, dass die Arbeit ihre Qualität verliert.

2. Hör auf deinen Körper! Meistens weiß unser Unterbewusstsein besser, was wir gerade brauchen, als unser Verstand. Wenn unser Körper uns also signalisiert, dass er Ruhe braucht, dann sollten wir das ernst nehmen. Vielleicht war die letzte Woche besonders stressig oder ein Streit belastet einen. Damit das nicht zu Lasten der Gesundheit geht, sollte man sich die nötigen Auszeiten auch nehmen.

3. Lesen ist auch ein Hobby! Oft hört man Sätze wie "Wenn ich mal Zeit habe, dann lese ich das Buch." Es geht aber auch andersrum. So wie manche Leute gerne Sport machen oder ein Instrument spielen, ist auch Lesen ein spannendes und wichtiges Hobby. Es ist nichts falsches daran, sich auch dafür bewusst Zeiten im Alltag zu schaffen und unwichtigere Dinge zu verschieben.

4. Setze klare Prioritäten! Natürlich gibt es tausend Kleinigkeiten, die man eigentlich schon längst mal in Angriff nehmen wollte. Doch gerade wenn man nur wenig Energie und Zeit zur Verfügung hat, sollte man sich diese gut einteilen. Es kann helfen, sich zweimal zu fragen, ob eine Aufgabe wirklich heute noch erledigt werden muss. Wenn nicht, ist es okay, sie aufzuschieben. Natürlich nicht bis in alle Ewigkeit, aber zumindest so lange, bis man wieder mehr Kraft hat.

5. Vergleiche dich nicht! Wenn man schon einen faulen Tag einlegen möchte, ist das Schlimmste überhaupt, sich mit anderen zu vergleichen. Die sind dann immer fleißiger, erfolgreicher und besser. Aber die Fassade kann täuschen. Sinnvoller ist es, sich nur mit sich selbst zu vergleichen. Was hast du schon geschafft und welche Ressourcen hast du? Versuche, daraus das Beste zu machen, auch wenn das bedeutet, mal nichts zu tun. Solange man sich wohl fühlst, können einem die Anderen egal sein.


Ich tue mich schwer damit, Dinge unerledigt zu lassen, weil ich ständig sehe, was ich noch machen könnte. ich musste aber lernen, dass man eh nie alles schaffen kann. Deshalb gönne ich mir jetzt öfter freie Tage und habe dafür an den restlichen Tagen mehr Energie.

Freitag, 20. Oktober 2017

{Rezension} Der Herzschlag deiner Worte








Alex ist über den plötzlichen Tod seines Vaters zutiefst erschüttert. Bei der Beerdigung lernt er seine Patentante Jane kennen. Obwohl sie schwerkrank ist, schenkt sie ihm mit ihrer Lebensfreude neue Hoffnung. Dann verliebt sich der alleinerziehende Vater auch noch in die Autorin Maila. Die jedoch blockt jeden Versuch einer Beziehung ab.
Während Alex nun also versucht, sie doch noch für sich zu gewinnen, erfährt er auch immer mehr darüber, was seine Eltern mit Jane verbindet.







Die Geschichte war sehr einfühlsam geschrieben. Alex Gefühlswelt wurde facettenreich geschildert, sodass ich mich von Anfang an gut in ihn hineinversetzen konnte. Die Distanz, die er zu Maila spürt, habe ich ebenfalls empfunden. Sie bleibt immer ein Stück weit geheimnisvoll, aber so, dass ich unbedingt mehr von ihr wissen wollte.
Alex hat eine zweijährige Tochter. Nachdem die Mutter, für ihn nur ein gelegentlicher One-Night-Stand, Leni bei ihm abgesetzt hat, kümmert er sich mit Hilfe seiner Schwester um sein Kind. In zahlreichen Episoden wird er als liebevoller und fürsorglicher Vater gezeichnet, der von Leni innig geliebt wird. Leni war für mich der heimliche Star der Geschichte. Sie hat mich oft zum Schmunzeln gebracht und neue Perspektiven eröffnet. Mit ihrer kindlich authentischen Art musste ich sie sofort ins Herz schließen.
Es dauert eine ganze Weile bis Maila das erste Mal auftaucht. Vorher erleben wir wie Vincent, Alex Vater, plötzlich stirbt, begleiten die Familie auf der Beerdigung und bei ihren ersten zögerlichen Kontakten mit Jane. Langsam entwickelt sich zwischen ihnen eine enge Beziehung, die ihr Leben bereichert. Als Alex Maila zum ersten Mal begegnet, ist dem aufmerksamen Liebesroman-Leser sofort klar, dass sie seine große Liebe sein wird. Das ist auch okay, es geht ja schließlich nicht um das Wer?, sondern um das Wie?. Und das ist ziemlich verzwickt, denn obwohl Maila offensichtlich nicht an einer Beziehung interessiert ist, lässt sie sich auf eine Nacht mit Alex ein. Diese fällt dann für beide viel intensiver aus als gedacht. Trotzdem schickt sie ihn danach fort. Alex hingegen ist in ihren Bann geschlagen und kann sie einfach nicht vergessen, deshalb sucht er verzweifelt nach einer Zukunft für sie.
Zwischen der Haupthandlung gibt es immer wieder Kapitel, die aus der Sicht des toten Vincent erzählt sind. Er begleitet Alex, ob er will oder nicht. Dabei schweifen seine Gedanken aber immer wieder ab und so erfahren wir Stück für Stück wie er Jane kennen gelernt hat und welche Vorwürfe er sich bis heute macht. Dadurch gewinnt auch die Gegenwart eine neue Qualität.
Das Ende hat mich überrascht und die Autorin konnte mich mich mal wieder mit ihrer Interpretation des Schicksals beeindrucken.








Wunderbare Geschichte zum Träumen und Mitfühlen, die neben der ganz großen Liebe auch mit etlichen Geheimnissen aufwarten kann.

Samstag, 14. Oktober 2017

{FBM17} Messebericht

In diesem Jahr muss mein Bericht etwas kürzer ausfallen, da ich nur am Freitag auf der Messe sein konnte. Trotzdem gab es einige spannende Sachen zu entdecken.


Der Tag begann für mich mit dem Bloggertreffen des Knaur-Verlags. Dieses stand ganz im Zeichen der Fantasy, die im Verlag eine große Rolle spielt. Mit dabei waren diesmal Liza Grimm (heißt eigentlich Jennifer Jäger), Markus Heitz und Mona Kasten. So ergab sich die Gelegenheit, die Autoren etwas näher kennen zu lernen und im Anschluss auch Bücher signieren zu lassen.
Bei einer entspannten Fragerunde erfuhren wir, wie sie mit Bloggerrezensionen umgehen und dass konstruktive Kritik wichtig ist. Jeder von ihnen hat seine eigene Technik, wie er eine neue Welt entstehen lässt. Während Jennifer Jäger mit einer konkreten Szene beginnt, muss für Markus Heitz zuerst die Welt und der Plot stehen, bevor er mit dem Schreiben loslegen kann. Das wichtigste für ihn ist dabei eine Tasse Schwarztee. Dagegen kann Mona Kasten nicht ohne Kaffee arbeiten. Auch Jennifer Jäger braucht Nervennahrung; Earl Grey und Schokolade sind bei ihr Pflicht.
Wenn die Geschichte beendet ist, stellt sich bei den Frauen ein gewisser Abschiedsschmerz ein. Der Mann bleibt jedoch völlig nüchtern, er hat schließlich auch kein Problem damit, seine Figuren sterben zu lassen.
Es stellte sich heraus, dass es für die Autoren unbedingt notwendig ist, immer etwas zu schreiben dabei zu haben, sollte man zwischendurch einen genialen Einfall haben. Das schwarze Notizbuch von Markus Heitz könnte dem ein oder anderen schon einmal aufgefallen sein.
Liza Grimms absolute Lieblingsfigur aus ihren eigenen Romanen ist der nordische Gott Loki, der in ihrem neuesten Werk eine zentrale Rolle spielt. Markus Heitz hat ein großes Faible für die Bösewichter in seinen Geschichten. Mona Kasten hängt ihr Herz immer an die zuletzt geschriebene Story. Dementsprechend sind Raven und Wade gerade ganz oben auf ihrer persönlichen Hitliste.
Danach wurden natürlich noch die Titel des neuen Programms vorgestellt. Darunter sind einige Reihenfortsetzungen, aber auch Einzelbände, die wirklich ansprechend klingen. Bleibt gespannt, was ich euch im nächsten halben Jahr präsentieren werde!


Danach hatte ich Zeit, ein bisschen durch die Hallen zu streifen und mir die verschiedenen Verlagsstände anzusehen.
Anschließend ging es für mich zum "Blogger Future Place", einer Veranstaltung, in der über Themen gesprochen wurde, die für (neue) Blogger relevant sind. Die erste Runde drehte sich um den Komplex BookTube, also Youtube-Videos von Buchbloggern. Dafür braucht man vor allem Kreativität und Authentizität. Auch die inhaltliche und technische Qualität ist für den Erfolg entscheidend. Danach gab es einen kurzen Abriss zur Zusammenarbeit mit Verlagen, vor allem zu den Anforderungen, aber auch den Chancen. Ebenso kam die Plattform Netgalley zur Sprache, die gerade Anfängern den Einstieg erleichtert.
Für mich war besonders das Gespräch über Phantastik im Feuilleton interessant. Durch die meist vollständige Abwesenheit phantastischer Bücher in anspruchsvollen Literaturmagazinen ergeben sich für uns Blogger Nischen, in denen wir selbst als Literaturkritiker auftreten können. Gleichzeitig sind wir die Einzigen, die den Bedarf decken und zeigen, dass auch Phantastik anspruchsvoll sein kann.
Zuletzt ging es noch darum, wie man mit seinem Buchblog Geld verdienen kann. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten und auch hier sind der eigenen Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, auf die rechtlichen Aspekte zu achten. Man sollte als Kleingewerbe oder Freiberufler angemeldet sein, ein aussagekräftiges MediaKit vorweisen können und die notwendigen Kennzeichnungen in den Posts beachten. Die Seite mein-buchprojekt.de erleichtert die Kontaktaufnahme zu Autoren.


Damit waren die beiden an dem Tag wichtigen Veranstaltungen abgedeckt und ich konnte wieder stöbern gehen. Dabei bin ich auf die "Textbox" gestoßen. Verschiedene Poetry Slammer traten dort auf und gaben auf Deutsch und Französisch ihre Weisheiten preis. Ich saß dort eine ganze Weile und hörte mir Texte an, die mich tief berührten. Dabei erfuhr ich, dass es nur einen kleinen Schritt braucht, um das Leben zu verändern und es manchmal reicht, einfach weiterzumachen.

Insgesamt war es ein erlebnisreicher, ausgefüllter Tag voller Eindrücke. Ich bin sehr froh, auch den ein oder anderen aus meinem "Blogger-Freundeskreis" getroffen zu haben. Hoffentlich kann ich im Frühjahr in Leipzig wieder mehr Zeit in dieser wunderbar buschigen Parallelwelt genießen!

Donnerstag, 12. Oktober 2017

{Rezension} Wedora - Schatten und Tod

Im letzten Jahr habe ich bereits den ersten Teil rund um die Wüstenstadt Wedora rezensiert. Wer sich nicht mehr erinnert oder die Geschichte nicht kennt, sollte damit beginnen.








Liothan und Tomeija führen als Retter Wedoras ein gutes Leben. Während Tomeija sich zur Hohepriesterin ausbilden lässt und vom Daremo persönlich als Gesetzeshüterin eingesetzt wird, beginnt Liothan sich zum höchsten Ganoven der Stadt aufzuschwingen. Doch die benachbarten Reiche könnten bald einen Krieg beginnen und Wedora droht das Zentrum der Auseinandersetzungen zu werden. Können sie mit vereinten Kräften eine Katastrophe verhindern?







Am Anfang des Buches gibt es eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils, sodass man gut in die Geschichte hineinfindet, auch wenn man "Staub und Blut" nicht oder vor längerer Zeit gelesen hat.
Es laufen drei Geschichten mehr oder weniger parallel und es dauert ziemlich lange, bis sich dort eine Verbindung ergibt. Zuerst begleiten wir Liothan bei seiner Entdeckungstour durch unterirdische Gänge bis hin zur Smaragdenen Quelle. Dabei findet er eine Möglichkeit, wieder zu seinem geliebten Halunkentreiben zurückzukehren und gleichzeitig immense Macht innerhalb der Stadt zu erhalten. Dann ist da noch Tomeija, die viel Zeit im Tempel von Driochor verbringt, seit er sie im ersten Teil beschützt hat. Doch dann bekommt sie dank ihrer zahlreichen Fähigkeiten einen wichtigen Auftrag vom Daremo und tritt fortan als seine oberste Gesetzeshüterin auf. Schnell wird dem aufmerksamen Leser klar, dass die beiden sich irgendwann in die Quere kommen müssen, weil sie konträre Ziele verfolgen. Doch sie sind auch Freunde seit Kindertagen und schätzen den anderen sehr. Hier ist eine interessante Entwicklung in ihrer Beziehung zu beobachten. In beide konnte ich mich gut hineinversetzen, sodass ich ihr Vorankommen gern verfolgt habe. Auch ihre Handlungsmotive wurden für mich klar und ich habe mit ihnen gefiebert, obwohl offensichtlich nur einer gewinnen kann.
Zusätzlich gibt es zwischendurch immer wieder Kapitel, die in Walfor, der alten Heimat von Liothan und Tomeija, spielen. Die Geschehnisse dort sind teilweise absurd, relativ spannend, aber vollkommen überflüssig. Es gibt keine relevante Verbindung zur Handlung in Wedora, sodass hier einfach eine Parallelhandlung stattfindet, die kein wichtiges Ziel verfolgt. Diese Kapitel hätte man leicht weglassen können und dem Buch hätte nichts gefehlt.
Liothan und Tomeija agieren selbstbestimmter als im ersten Band. Dort waren sie oft nur Spielball der Machenschaften anderer, nun verfolgen sie eigene Pläne und haben ihre Lage voll im Griff. Man merkt auch, dass die Figuren sich in der Zwischenzeit entwickelt haben und nun gereifter sind. Das hat mir im Vergleich sehr gut gefallen. Außerdem werden Intrigen und Zusammenhänge aufgedröselt, die in "Staub und Blut" bereits angedeutet wurden, dort aber unklar blieben. So wird nochmal einiges klarer und man kann noch tiefer in die Welt eintauchen.
Die Welt war ja schon im ersten Band gut durchdacht und detailreich ausgearbeitet. Das zeigt sich auch hier wieder, wenn jedes kleine Rädchen sich mühelos ins große Ganze fügt. Auch die schönen Karten sind wieder drin, sodass man zwischendurch nachsehen kann, wo einzelne Orte liegen.
Die Handlung selbst fand ich sehr spannend. Es gibt ein klares Ziel, auf das die einzelnen Handlungsstränge jeweils zulaufen. Irgendwann werden sie auch miteinander verknüpft und spätestens dann ist klar, wie die Sache enden muss. Auch hier zeigt sich für mich wieder eine Verbesserung zum ersten Band, wenn die einzelnen Unternehmungen nicht mehr willkürlich erscheinen, sondern einem erkennbaren Zweck dienen.
Am Ende kommt es natürlich zu dem großen Showdown, den man bei Markus Heitz zu erwarten hat. Dieser war schön umgesetzt und so beschrieben, dass ich mir alles problemlos vorstellen konnte. Das Ende kam ein bisschen plötzlich, auch wenn es im Hintergrund bereits länger vorbereitet worden war. Der Ausgang der Geschichte zeigt, dass der Autor nicht vorhat, ein weiteres Buch rund um die Stadt Wedora zu schreiben. So ist das Ende zwar befriedigend, aber auch reichlich utopisch und wirkt für mich eher gewollt denn wie die logische Folge der Ereignisse.
Nichtsdestotrotz lohnt sich die Geschichte für alle, die den ersten Band verschlungen haben, ist aber kein Muss.








Eine gute Weiterentwicklung der Geschichte mit einigen spannenden Elementen, aber auch mit einigen Schwächen. Kann man lesen, wenn man die Liothan und Tomeija ins Herz geschlossen hat.

Samstag, 7. Oktober 2017

{Rezension} Sieben Tage voller Wunder

Anfang der Woche kam dieses Buch in die Buchhandlungen. Wer Dani Atkins liebt, sollte es sich besorgen. Obwohl die Geschichte nur so kurz ist, hat sie mich dennoch fasziniert.








Hannah war bei ihrer Schwester in Kanada zu Besuch, um sich über ihren Noch-Freund William klar zu werden. Nun ist sie auf dem Rückweg, doch ein Unwetter sorgt dafür, dass ihr Flugzeug abstürzt. Auf wundersame Weise überlebt Hannah, doch sie wird vom Rest des Flugzeugs getrennt. Mit ihr in der Wildnis ist lediglich der Mann, der ihr bereits am Flughafen aufgefallen ist. Gemeinsam werden sie in den verschneiten Bergen kreativ, um zu überleben. Doch können sie tatsächlich so lange durchhalten, bis sie gefunden werden?







In Hannah konnte ich mich sofort einfühlen. Ihr Freund hat sie betrogen und um etwas Abstand zu gewinnen, ist sie zu ihrer Schwester geflohen. Doch auch nach fünf Wochen kann sie sich nicht zu einer Entscheidung durchringen. Dann sieht sie am Flughafen einen Mann, der ihr sofort auffällt. Er ist attraktiv, höflich und offenbar sucht auch er den Kontakt mit ihr. Doch noch bevor sie ins Flugzeug steigt, verliert sie ihn wieder aus den Augen.
Ich fand sowohl ihre Gedanken als auch das, was sie besonders beachtet sehr authentisch beschrieben. In vielen Situationen hätte ich wohl ähnlich reagiert. Auch Logan, der fremde Mann, ist so dargestellt, dass ich ihn mir gut vorstellen konnte. Ähnlich wie Hannah fand ich ihn von Anfang an interessant und hab mir ein Kennenlernen der beiden herbeigewünscht. Das findet natürlich auch statt, allerdings erst im Flugzeug, als das Unwetter den Piloten bereits zu einer Notlandung zwingt. Doch der Sturm ist so schlimm, dass das Flugzeug abstürzt. Dabei werden Hannah und Logan vom Rest der Passagiere getrennt und finden sich plötzlich allein in der Wildnis wieder.
Dabei werden sie vor etliche Herausforderungen gestellt, die sie jedoch mit Fantasie und Überlebenswille meistern können. Doch es wird mit der Zeit nicht einfacher, vor allem weil es immer wieder schneit. Dennoch geben die beiden die Hoffnung auf Rettung nicht auf. Oft hilft Logan Hannah, durchzuhalten. Seine Ideen sind es auch, die sie voranbringen, für Wasser und Wärme sorgen.
Das Buch habe ich fast an einem Stück durchgelesen, so fesselnd war es. Der Titel verrät ja schon, dass die Geschichte sich über sieben Tage zieht und auch die Kapitel sind in Tage unterteilt. So weiß man zwar, wie lange es noch ist, aber die immer neuen Gefahren und Hindernisse sorgen für Spannung. Lässt man sich darauf ein, ist es bis zum Ende nicht ganz klar, ob es ein Happy End geben kann. Doch dann kommt noch einmal ein fieser Plot-Twist und plötzlich ist alles anders, als man dachte. Ich will hier nicht zu viel verraten, aber damit habe ich wirklich nicht gerechnet.
Insgesamt war die Story doch glaubhaft und ich konnte mir die Umgebung und das Geschehen immer leicht vorstellen. Die Emotionen von Hannah waren anschaulich geschildert, sodass ich viel mit ihr mitgefühlt habe.








Ein emotionaler und spannender Roman, der sich gut lesen lässt, wenn man mal einen Nachmittag frei hat.

Dienstag, 3. Oktober 2017

{Leseliste} Oktober

Okay, "morgen" hat nicht geklappt, aber heute gibt es meine Leseliste für den Oktober. Diesmal habe ich mich wieder etwas zurück gehalten, immerhin startet in zwei Wochen das neue Semester. Vielleicht schaffe ich trotzdem noch zusätzliche Bücher zu lesen, dann lasse ich euch auf Instagram abstimmen.

Da es sich diesmal fast ausschließlich um Rezensionsexemplare handelt, dürft ihr euch auf zahlreiche Berichte freuen. Außerdem ist ja noch die ein oder andere Rezension von September offen.


Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch (3)
Andreas Winkelmann - Housesitter
Antonia Michaelis - Mr. Widows Katzenverleih
Leigh Bardugo - Das Lied der Krähen
Susanna Ernst - Der Herzschlag deiner Worte
Lex Martin - Irresistible

Kennt ihr eines der Bücher oder wollt es demnächst auch lesen? Was habt ihr euch für den Oktober vorgenommen?

Sonntag, 1. Oktober 2017

{Gelesen} September

Im September habe ich erstaunlich wenig gelesen, dafür, dass ich zwei Wochen im Urlaub war. Aber manchmal gibt es eben tausend andere schöne Dinge, mit denen man sich die Zeit vertreiben kann. Obwohl mich eine wahre Flut an Rezensionsexemplaren erreicht hat, habe ich mein Bestes gegeben, die Liste trotzdem abzuarbeiten. Es sind wieder mehr E-Books dabei, weil die im Zug einfach praktischer sind.

Von diesen Büchern, die ich mir vorgenommen habe....


Andreas Winkelmann - Housesitter
Markus Heitz - Wedora - Schatten und Tod (2)
Mona Kasten - Coldworth City
Lily Oliver - Die Tage, die ich dir verspreche
Susanna Ernst - Immer wenn es Sterne regnet
Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch - Teil 2&3
Lauren Oliver - pandemonium (2)
Katy Evans - Mr. President

... habe ich immerhin diese gelesen:


Lauren Oliver - pandemonium /requiem (2/3)
Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch - Teil 2
Katy Evans - Mr. President
Dani Atkins - Sieben Tage voller Wunder
Susanna Ernst - Immer wenn es Sterne regnet
Mona Kasten - Coldworth City
Markus Heitz - Wedora - Schatten und Tod (2)


Katy Evans - Mr. President
Dieses Buch hat alles, was eine gute Liebesgeschichte ausmacht; starke Charaktere, große Gefühle, Leidenschaft und eine spannende Hintergrundstory.


Mona Kasten - Coldworth City
Die Handlung war zu simpel und die Figuren blass. 





Ich war zwar nicht übermäßig erfolgreich, bleibe aber meiner Statistik treu und habe die Liste größtenteils befolgt. Und damit starte ich beschwingt in einen neuen Monat. Morgen dann meine Leseliste für Oktober mit einigen neuen Highlights.

Mittwoch, 27. September 2017

{Rezension} Coldworth City








Vor drei Jahren sind Raven und ihr kleiner Bruder Knox der skrupellosen Forschungseinrichtung AID entkommen. Seitdem leben sie immer in Alarmbereitschaft, denn Raven ist eine Mutantin, deren Kräfte die AID sich zu Nutze machen will. Eines Tages taucht der verschlossene Wade auf und will sie für seine Gruppe rekrutieren. Er bietet ihr an, sie in ihren Fähigkeiten auszubilden und ihnen Sicherheit zu garantieren. Doch bald können sie sich nicht mehr verstecken, denn die Zukunft der Mutanten und aller Menschen ist in Gefahr.







Dies ist eine nette kurze Geschichte für zwischendurch - und keinesfalls mit der Again-Reihe zu vergleichen! Die Liebesgeschichte spielt hier nur am Rand eine Rolle und ist nur mit wenig Gefühl versehen. Ich hatte beim Lesen dein Eindruck, dass der Autorin zu spät eingefallen ist, dass sie die beiden ja zusammen kommen lassen wollte und jetzt quasi aus dem Nichts gegenseitige Zuneigung heraufbeschwören musste.
Insgesamt war mir die Story zu dünn. Da hätte man viel mehr rausholen können. Die Entwicklungen verlaufen nicht langsam, sondern sprunghaft, immer so, dass für die nächste Actionszene die passenden Voraussetzungen geschaffen werden. Dadurch war es schwer, sich tatsächlich in die Figuren hineinzuversetzen. Die Zwischenräume hätten detailreicher ausgestaltet werden können, um die Geschichte tatsächlich lebendig werden zu lassen. So drehte es sich vor allem um die Kämpfe und gefährlichen Einsätze zur Rettung der Welt und weniger um die Charaktere.
Gleiches gilt für die Kampfszenen selbst. Die namentlich benannten Figuren durften anscheinend nicht sterben, jedenfalls hatten sie es immer verhältnismäßig leicht zu gewinnen. Egal ob Nahkampf oder Schusswechsel, bis auf leichte Verletzungen passiert ihnen nichts, die Gegner sind aber mindestens außer Gefecht gesetzt, nicht selten auch tot.
In Raven konnte ich mich noch am besten hineinversetzen, da sie auch am ausführlichsten dargestellt wird. Die meiste Zeit folgt man ihr und kann durch ihre Augen die Welt wahrnehmen. Damit bleibt alles andere so lange rätselhaft, wie sie es nicht versteht. Wade beispielsweise ist lange undurchschaubar und dann plötzlich doch ganz simpel. In die Pläne seiner geheimnisvollen Gruppe wird sie nur nach und nach eingeweiht und auch die AID hat noch einiges zu verbergen. Obwohl es mich manchmal genervt hat, war es doch auch spannend, wie sich langsam ein Puzzle zusammengesetzt hat. Dennoch bleiben einige Fragen offen.
Neben Raven erscheinen sämtliche Nebenfiguren blass. Nur selten erfährt man mehr als den Namen und die Fähigkeit des Einzelnen und die wenigen Interaktionen helfen auch nur bedingt dabei, alle kennen zu lernen. Indem man der Handlung mehr Zeit lässt, hätte man auch deren Charaktere stärker ausbauen können.
Vor allem Knox hätte eigentlich mehr Tiefe verlangt. Er ist ein vielseitiger Charakter, von dem man viel zu wenig erfährt. Als Ravens kleiner Bruder, den sie mit allen Mitteln beschützen will, bleibt er zu oft im Hintergrund. Nur ab und zu dürfen wir auch mal aus seiner Sicht am Geschehen teilnehmen.
Die Mutanten und ihre Kampfkünste erinnerten stark an die Superhelden von Marvel. Jeder hat seine individuelle Fähigkeiten, die sich in Gruppen kategorisieren lassen. Durch Training kann man lernen, sie zu beherrschen und gezielt einzusetzen. Warum jemand Mutant ist und ein anderer bloß ein normaler Mensch, wird nicht erklärt. Vielleicht gibt es keine Regeln. Klar wird nur, dass die Gesellschaft gespalten ist und sich die Menschen aus Angst stark von den Mutanten abgrenzen wollen.
Das Ende bleibt offen für eine Fortsetzung. Ob und wann die kommt, müssen wir abwarten. Aber auch so kann man die Geschichte nach einem Buch weglegen und muss nicht weiterlesen.









Leider ein Roman, bei dem viel Potenzial verschenkt wurde. Nett für zwischendurch, aber nicht mehr. Vielleicht sollte Mona Kasten sich lieber wieder auf Liebesgeschichten besinnen und die Heldensagen anderen überlassen.

Mittwoch, 20. September 2017

{Rezension} Mr. President - Macht ist sexy








Matt hat erlebt, was es bedeutet, wenn der eigene Vater Präsident der USA ist. Doch Lawrence Hamilton wird erschossen und Matt zieht sich aus dem Presserummel zurück. Jahre später kandidiert er selbst für das höchste politische Amt - als unabhängiger Kandidat. Dank seines Charismas und seiner Entschlossenheit gewinnt er die Herzen der Bürger. Auch die junge Charlotte, die er persönlich in sein Wahlkampfteam geholt hat, lässt er nicht kalt. Es entspinnt sich eine Romanze, die nicht sein darf. Aber gegen die Liebe ist selbst ein zukünftiger Präsident machtlos.







Matt ist unheimlich charismatisch, leidenschaftlich und entschlossen. Schon mit seinem ersten Auftreten hat er mich restlos begeistert. Wenn ich Amerikanerin wäre, würde ich ihm meine Stimme geben. Er hat mich mit seiner aufrichtigen Anteilnahme am Geschick der Bürger und seinem Streben nach einem Wandel, der allen hilft, für sich eingenommen. Einen solchen Politiker könnte die Realität auch vertragen.
Doch natürlich ist das hier vornehmlich eine Liebesgeschichte. Ich konnte total verstehen, warum Charlotte von Anfang an von Matt fasziniert ist und trotz aller Gefahren nicht loslassen kann. Immer wieder wird betont, wie heiß er ist und was er in ihr auslöst, sodass ich da sehr gut mitfühlen konnte. Selbst wenn eigentlich gerade gar nichts zwischen den beiden passiert, liegt immer eine knisternde Spannung in der Luft, der man sich als Leser nicht entziehen kann.
Nichts desto trotz bot die Geschichte einen interessanten Einblick in den amerikanischen Wahlkampf, der deutlich härter geführt wird als hierzulande. Das politische Geschehen bietet eine gute Kulisse und ist durchdacht ausgearbeitet, aber so weit heruntergebrochen, dass wohl jeder versteht was passiert, man aber nicht zu sehr darauf fokussiert wird. Die Autorin hat hier ein perfektes Maß gefunden, um den roten Faden in der Liebesgeschichte zu belassen, aber eine komplett neue Atmosphäre dafür anzubieten.
Es gibt einige tolle Szenen zwischen Matt und Charlotte, die ihr Verhältnis deutlich machen. Dabei waren die Gefühle immer so gut beschrieben, dass ich mich in sie hineinversetzen konnte. Vor allem der innere Kampf zwischen Liebe und Verantwortung war für mein Empfinden perfekt umgesetzt. Matt möchte keiner Frau das antun, was seine Mutter als First Lady durchmachen musste. Doch Charlotte kann er einfach nicht aus seinen Gedanken vertreiben, obwohl seine Präsidentschaft für das Land so wichtig ist. Charlotte empfindet ebenfalls eine große Leidenschaft für Amerika, aber eben auch für Matt. Sie weiß, dass sie ihn nie ganz haben kann, aber sie kann auf die Momente mit ihm nicht verzichten. Hinzu kommt, dass ihre Affäre einen Skandal darstellen würde, der Matt die Wahl kosten könnte. Wie kann Matt sie beschützen und sich trotzdem holen, was er so dringend braucht?
Natürlich dürfen in dieser Geschichte die erotischen Szenen nicht fehlen. Zwar sind bereits kleine Berührungen sehr intensiv geschildert, aber auch das große Verlangen kommt nicht zu kurz. Die Worte sind so gewählt, dass das Kopfkino angeschmissen wird und man die Begegnungen der beiden selbst fortführt. Wer allerdings kein Bettgeflüster mag, dem wird es in diesem Buch zu viel sein. Die Story strebt zwar immer voran und es gibt noch mehr Handlung als nur die Sexszenen, aber sie sind eben doch zahlreich vorhanden und lassen sich nicht so einfach überlesen.
Die Geschichte ist aus der Sicht von Charlotte erzählt, nur ab und zu sind Kapitel von Matt geschrieben, die aber wenig Handlung beinhalten. Hier erfährt man nur, dass er ebenso verrückt nach Charlotte ist, wie sie nach ihm. Dadurch konnte ich mich aber gut in Charlotte hineinversetzen und mit ihr mitfühlen und mich mitverlieben. In vielerlei Hinsicht konnte ich mich mit ihr identifizieren.
Immer wieder wird der Kontrast zwischen männlich und weiblich herangezogen, wenn Charlotte Matts Aussehen und Verhalten sowie ihre Reaktion darauf beschreibt. In diesem Falle fand ich das sehr gelungen, weil damit ihre Gegensätzlichkeit als notwendiger Ausgleich hervorgehoben wird. Sie sind wie zwei Pole eines Magneten. Dennoch wird Weiblichkeit nicht mit Schwäche und Unterlegenheit assoziiert. Beide erweisen sich als starke Persönlichkeiten, die wissen, was sie wollen, und bereit sind, dafür einzustehen. Beide sind begabt und intelligent, haben jedoch auch ihre je eigenen Talente. In Zeiten von Feminismus und Genderdebatten kann man hier sehen, dass männlich und weiblich zwei Pole sind, die beide für ein funktionierendes Gleichgewicht unverzichtbar sind. Stärke und Einfühlungsvermögen, Intelligenz und Tatkraft sind nichts, was nur einem Geschlecht zukommt. Dennoch ist es okay, sich in bestimmten Momenten besonders männlich oder weiblich zu fühlen. Charlotte zeigt, dass eine Frau erfolgsorientiert sein darf und sich trotzdem in die Arme eines Mannes fallen lassen kann.
Das Ende könnte nicht passender sein - und lässt einen doch frustriert zurück. Nach dieser Geschichte kann ich nicht sofort eine andere beginnen, weil sie mich so in ihren Bann gezogen hat, dass ich erstmal wieder in die Realität finden muss. Zum Glück gibt es noch einen zweiten Teil, der im Januar 2018 erscheint.








Eine prickelnde Liebesgeschichte vor der großartigen Kulisse des Weißen Hauses. Romantik, Erotik, ein Mann zum Verlieben und eine Frau, die jeden mitreißt. Absolute Empfehlung für alle Fans dieses Genres.

Donnerstag, 7. September 2017

{Rezension} Amnesia

Bei diesem Buch tut es mir wirklich leid, keine positive Rezension schreiben zu können, weil der Klappentext so spannend klang. Aber wenn ich damit jemanden von einem Fehlkauf bewahren kann, ist es das wert. Unter meinen Rezensionen finden sich stattdessen auch einige wirklich lesenswerte Thriller.








Helen hat Krebs und keine Aussicht mehr auf Heilung. Gegen die ständig wiederkehrenden Panikattacken nimmt sie starke Medikamente. Ihre Familie weiß noch nichts von ihrer Krankheit. Als ihr Partner sie verlässt, beschließt sie spontan, zu ihrer Mutter zu fahren. Doch mit Leon, dem Ehemann ihrer Schwester Kristin, gerät sie immer wieder aneinander. Damals gab es ein einschneidendes Erlebnis mit ihrer Jugendfreundin Gela, das Helen einfach nicht vergessen kann. Plötzlich wird Leon ermordet aufgefunden und Helen fehlen jegliche Erinnerungen an den besagten Zeitraum.







Man erfährt direkt zu Beginn von Helens Krankheit und den Medikamenten. Schon bald wird auch klar, dass sie bereits abhängig ist und viel zu große Dosen einnimmt. Die Folge sind immer häufigere Erinnerungslücken. Da nur aus ihrer Sicht geschrieben ist, fehlen dem Leser natürlich die entsprechenden Puzzlestücke und manchmal ist die Erzählung etwas wirr. Helen selbst bleibt blass, erzählt nur das wenige von sich, das direkt mit der Handlung zu tun hat, und gibt keine Einblicke in ihre Gefühlswelt, die sie verständlicher machen könnten. Nur ihre Todesangst wird dauernd ausgebreitet, ist aber für jemanden, der diese Situation nicht kennt, kaum nachzuvollziehen.
Ansonsten passiert erstmal nicht viel. Sie fährt in den Ort ihrer Kindheit, um dort auf ihre Mutter zu treffen, die ihr wie erwartet höflich, aber kühl begegnet. Ihre Schwester dagegen scheint sich über den unerwarteten Besuch zu freuen und nimmt Helen bereitwillig bei sich auf. Immer wieder streitet sie sich lautstark mit ihrem Ehemann, doch Helen gegenüber beteuert sie, dass sie sich lieben. Nach und nach wird detailreicher erklärt, was eigentlich seit dem ersten Erinnerungsfetzen klar war; Leon hat Gela als Jugendlicher geschlagen und vergewaltigt. Niemand war dabei, aber als beste Freundin glaubt Helen ihr natürlich. Einen Prozess gab es damals nicht. Allerdings war Gela danach in Therapie und trinkt seitdem. Der Kontakt zwischen den Mädchen ist abgebrochen. Sie taucht auch nur einmal persönlich in der Geschichte auf und das ist wenig spektakulär. Stattdessen bekommt Helen durch einen Zufall wieder Kontakt zu deren Bruder Martin und die beiden bauen wieder eine Freundschaft auf. Martin macht aber nicht viel außer Zuhören.
Es dauert ganze 140 Seiten bis Leon endlich stirbt. Man könnte denken, jetzt müsste die Story doch endlich Fahrt aufnehmen, aber dem ist leider nicht so. Der Schreibstil und der Aufbau der Handlung waren einfach so langatmig und unspannend, dass ich kein Bedürfnis hatte, weiterzulesen.
Ein wichtiges Element war ein Messer, dass Helen von Anfang an dabei hatte. Sie findet es bei ihrer Ankunft in ihrer Handtasche und später bezeugt es als Tatwaffe ihre Beteiligung an Leon Tod. Hier wäre sicher noch einiges an Spannung zu holen gewesen. Leider geht die Autorin kaum darauf ein, sodass man sich als Leser zwar schon seine Gedanken machen kann, aber nicht muss, weil das Messer keine so große Rolle spielt wie es müsste, wenn es wichtig wäre. Als am Ende alles aufgelöst wird, ist es eher ein "War doch klar" als ein "Was? Echt jetzt?". Genauso verhält es sich mit Helens Tagebuch, in das sie jeden Abend notiert, woran sie sich noch erinnern kann. Morgens wundert sie sich oft über das Geschriebene, aber die Worte selbst kommen leider kaum mal vor, sodass man als Leser wieder nichts hat, um Fragen und damit Spannung zu entwickeln.
Sowohl Helens Mutter als auch ihre Schwester sind irgendwie seltsam. Ihre Mutter hält ihr bei jeder passenden Gelegenheit vor, sie wäre als Kind schon so und so gewesen und jedes Mal denkt Helen, dass stimmt doch nicht. Wirkliche Gespräche finden jedoch nicht statt und eine Erklärung wird auch nicht geliefert. Es heißt einfach nur immer wieder, sie wäre eben gefühlskalt und nur auf ihren Ruf und ihren Vorteil bedacht. Kristin kommt anfangs sehr herzlich rüber und Helen hat anfangs nur positive Erinnerungen. Sie will "ihre Kleine" beschützen vor dem bösen Leon, der sie bestimmt schlecht behandelt. Allerdings ist Kristin ziemlich oberflächlich und auch hier gibt es kein richtiges Gespräch. Später meint Helen dann allerdings, dass sie ja schon als Kind nach ihrer Mutter gekommen sei und ebenfalls nicht zu echten Gefühlen fähig. Es klingt aber eher wie eine Rechtfertigung für ihr Handeln und nicht wie etwas, dass ja eigentlich schon die ganze Zeit bekannt sein müsste.
Am Ende erfährt man indirekt, wer der Mörder war, aber es wird nie ganz klar benannt. Es gibt keine Versöhnung und niemanden, der wirklich was gewinnt. Keine der während der Suche gewonnenen Erkenntnisse war wirklich überraschend.








Eine Geschichte, die trotz spannender Möglichkeiten weitgehend ereignislos bleibt. Es gibt keine Überraschungen und keine Personen, die man ins Herz schließen könnte.