Sonntag, 16. Juli 2017

{Behind the Screens} Von stressigen Tagen, guten Büchern und lieben Menschen

Wieder ist eine Woche vorbei. Viel zu schnell rast die Zeit gerade an mir vorbei, aber ich versuche trotzdem ab und zu zu bloggen. Wenn ihr mehr zur Aktion wissen wollt oder Interesse an den Beiträgen der anderen habt, dann schaut bei BookWalk vorbei.


Wie war deine Woche?
Eindeutig zu kurz. Jetzt ist es bloß noch etwas mehr als eine Woche bis zu meinen Prüfungen und ich weiß nicht, wie ich den ganzen Stoff bis dahin noch lernen soll. Irgendwie komme ich zur Zeit zu nichts und hab gleichzeitig wahnsinnig viel zu tun. Keine gute Kombi, aber das Ende ist in Sicht.
Diese Woche musste ich auch mehr als sonst arbeiten. Gleich zwei Veranstaltungen kamen zu meinen regulären Schichten dazu. Obwohl beides Spaß gemacht hat, ist es auch wieder Zeit, die mir für andere Dinge fehlt. Aber das kennt sicher jeder.
Dafür steht die Planung der vorlesungsfreien Zeit jetzt fast komplett und auch dem nächsten Semester sehe ich immer zuversichtlicher entgegen. Es werden wohl einige Veränderungen auf mich zukommen, aber das ist okay, weil ich alles so gewollt und initiiert habe.

Hast du eine aktuelle Urlaubslektüre bzw. eine uneingeschränkte Empfehlung für jeden Sommerurlaub?
Was immer geht, sind die Bücher von Petra Hülsmann. Sommerlich leichte und unterhaltsame Liebesgeschichten ohne viel Kitsch.
Ansonsten kann ich jedem nur "Das Lavendelzimmer" von Nina George empfehlen. In diesem Buch begibt sich ein Buchliebhaber auf eine gewagte Reise, um noch einmal seine große Liebe zu sehen. Das Buch konnte mich tief berühren und gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten.

Was war dein Wochenhighlight?
Da ist zuerst der Kuchenbasar zu nennen, den mein Quidditchteam an der Uni veranstaltet hat. Einer der wenigen Momente in der letzten Woche, in dem ich alle Anforderungen ausblenden konnte und einfach so gemocht wurde, wie ich bin. Lag sicher weniger am Kuchen als an den wunderbaren Menschen.
Außerdem hatte ich gestern endlich mal wieder einen Abend nur mit meinem Freund, der wie immer sehr schön war.

Freitag, 14. Juli 2017

{Rezension} Niagara Motel








Tucker ist 11. Seine Mutter Gina ist Stripperin. Sie ziehen oft um und leben meist in Motels. Bis Gina einen Unfall hat und im Krankenhaus bleiben muss. Tucker kommt in ein Heim für Jugendliche. Dort lernt er Meredith kennen. Sie ist 16 und schwanger. Da Gina krank ist und vielleicht stirbt, will Tucker nun seinen Vater finden. Gemeinsam mit Meredith macht er sich auf den Weg in die USA.







Tucker war zwar noch nie im Urlaub, hat aber schon mehr von seinem Land gesehen als die meisten Gleichaltrigen. Mit seiner Mutter Gina reist er quer durch Kanada. So kommen sie am Anfang der Geschichte im Niagara Motel an. Gina lässt ihren Sohn dort zurück, um sich einen Job zu besorgen. So erfahren wir gleich, wie Tucker seine Freizeit gestaltet, denn er ist oft allein. Diesmal kommt Gina allerdings nicht zurück. Tucker macht sich auf die Suche und findet sie im Krankenhaus, wo sie nach einem Unfall gelandet ist. Er macht sich Sorgen, dass sie sterben könnte. Da er nicht die nächsten sieben Jahre im Heim verbringen will, hält er es für notwendig, seinen Vater zu finden. Gina hat kaum was von ihm erzählt und so glaubt er nun, es wäre Sam Malone, Held einer amerikanischen Fernsehserie. Das erscheint ihm völlig plausibel, wo doch sogar ihr eigener Nachname Malone ist.
Gina spielt selbst kaum eine Rolle, man erfährt eigentlich nur aus Tuckers Erinnerungen etwas über sie. Ich konnte schlecht einschätzen, ob sie gern Stripperin ist oder einfach keine andere Perspektive sieht. Ihr Umgang mit Tucker ist liebevoll, aber für meinen Geschmack zu wenig fürsorglich. Gina hat außerdem Narkolepsie (sie schläft ohne Grund plötzlich ein) und Kataplexie (sie kann ihre Muskeln plötzlich nicht mehr bewegen, bekommt aber alles mit). Diese Krankheiten spielen immer wieder eine Rolle und sind für Tucker völlig normal.
Tucker erzählt seine Geschichte, als würde er sie seinem besten Freund schildern. Die Logik eines 11-Jährigen erscheint für Erwachsene manchmal seltsam, aber aus seiner Sicht war alles plausibel. Ich fand Tucker sehr authentisch und konnte mich gut in ihn hineinversetzen. Es ist ein nüchterner Erzählstil, der nichts unnötig dramatisiert und gleichzeitig deutlich macht, dass ein Kind manche Dinge noch ganz anders wahrnimmt und beurteilt. Man merkt aber auch, dass Tucker für sein Alter schon sehr reif ist, weil er einfach unheimlich viele Dinge allein bewältigen muss.
Meredith lebt in dem Jugendheim, in das auch Tucker kommt. Sie arbeitet heimlich als Prostituierte, aber Tucker durchschaut sie durch seine Vorerfahrungen sofort. Die beiden freunden sich an und sie erzählt ihm, dass sie durch eine Vergewaltigung schwanger ist. Der traumatische Aspekt dessen wird allerdings kaum aufgegriffen, es geht lediglich darum, dass dieses Kind nun abgetrieben werden soll. In letzter Minute entscheidet sich Meredith allerdings doch noch um.
Tucker beschließt, seinen Vater in den USA zu suchen, und Meredith will ihn dabei unterstützen, auch wenn ihr selbst schon klar ist, dass es sich um eine fiktive Figur aus einer Serie handelt. Die Reise schweißt die  beiden zusammen, stellt sie aber auch vor große Herausforderungen. Ihr Auto gibt schon bald auf und sie müssen trampen. Dabei treffen sie die verschiedensten Menschen. Hier fand ich es sehr angenehm, dass nie ein Urteil gefällt wird. Stattdessen findet einfach eine Beschreibung desjenigen und meist auch eine Unterhaltung statt, die durch den sachlichen Stil unterstützt werden. Einige Personen spielen auch im weiteren Verlauf nochmal eine Rolle, andere tauchen nur kurz auf.
Die Handlung ist etwas skurril und abenteuerlich, aber sie passt auch zu den Charakteren. Hier hat auch die ruhige Schilderung geholfen, dass es nicht ganz so fiktiv gewirkt hat. Tucker und Meredith müssen einiges durchmachen auf ihrer Reise. Hier nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund und ich frage mich, ob die Erlebnisse nicht später doch noch Auswirkungen auf deren Psyche haben werden. Im Buch scheint es so, als könnten sie alles locker wegstecken, solange sie sich gegenseitig haben.








Eine lesenswerte Geschichte, die nachdenklich macht, aber auch staunen lässt, wie selbstverständlich für einen kleinen Jungen all das sein kann, was wir unnormal finden.

Sonntag, 9. Juli 2017

{Behind The Screens} Must-Reads, ein Sommerfest und Quidditch europaweit

Ich bin beim Blogstöbern auf eine wöchentliche Aktion gestoßen, die ich heute gerne ausprobieren möchte. Da ich auf die Einblicke in mein Alltagsleben bisher immer positive Rückmeldungen bekommen habe, könnte das mit dieser Aktion nun regelmäßig passieren.
Es handelt sich um "Behind The Screens" von BookWalk und Stehlblüten. Genauere Infos dazu gibt es auf ihren Blogs.


Wie war deine Woche?
Eigentlich ziemlich gut. Ich habe zwar nicht wie geplant mit dem Lernen angefangen, aber ich habe auch noch zwei Wochen bis zu den Prüfungen. Das sollte machbar sein. Dafür habe ich endlich wieder mehr gelesen und auch wieder gebloggt, was mich beides echt glücklich gemacht hat. Dieses Wochenende war außerdem das Sommerfest meines Wohnheims. Das bedeutet, dass der gestrige Abend mit Grillen, Musik, Tanz und Geselligkeit bis in die Nacht hinein gefüllt war. Bei dem Wetter genau das richtige.

Welches Buch muss du auf jeden Fall bis Ende 2017 gelesen haben?
Das ist schwierig zu beantworten. Einige meiner Must-Reads sind ja noch gar nicht erschienen und ich habe auch ein paar Rezensionsexemplare angefragt, die ich dann natürlich lesen muss. Von denen, die hier stehen, sind es aber wahrscheinlich "Alles oder nichts" von Simona Ahrnstedt und "Caraval" von Stephanie Garber. Könnte durchaus daran liegen, dass ich die beiden jedes Mal als erstes sehe, wenn ich morgens die Augen aufschlage. Ja, mein Bücherregal steht direkt vor dem Bett. 

Was war dein Wochenhighlight?
Das oben erwähnte Sommerfest war auf jeden Fall eines! Zusätzlich finden dieses Wochenende auch die IQA European Games statt (Europameisterschaft im Quidditch). Dank Liveticker meines wundervollen Teams konnte ich ein bisschen dabei sein. Deutschland spielt im Moment um Platz 5 und um 18:00 Uhr startet das Finale zwischen Frankreich und Großbritannien. Fall jemand gucken will, gibt es hier einen Livestream. Alle Ergebnisse gibt es in den offiziellen Tabellen.

Wie war eure Woche und welches Buch müsst ihr dieses Jahr unbedingt noch lesen? 

Freitag, 7. Juli 2017

{Rezension} Anfang 40, Ende offen


An Veras 46. Geburtstag soll endlich ihre Scheidung von Noch-Ehemann Sven stattfinden. Er hat sie betrogen und lebt jetzt mit seiner jüngeren Freundin zusammen. Doch der Termin platzt. Jetzt bleibt Vera nur noch die Reise nach Feuerland mit ihren besten Freundinnen. Dann, wenn ihre Tochter Greta nach dem Abitur endlich ausgezogen ist. Doch die will nicht. Und dann verliebt sich Vera ausgerechnet in den eigentlich viel zu jungen Referendar Paul. Ob das gut gehen kann?

Das Buch war sehr unterhaltsam geschrieben und verschweigt auch die kleinen Peinlichkeiten nicht, die sicher jeder schon mal erlebt hat. Dadurch wurden die Figuren sehr authentisch und ich konnte mich gut in ihre Lage hineinversetzen.
Bei ihrem Kampf für die ersehnte Freiheit kam mir Vera manchmal ein wenig zu bockig und kindisch vor. Auf der anderen Seite zeigt sie, dass auch Erwachsene nicht immer so erwachsen sind, wie man das in jungen Jahren annimmt.
Die Charaktere waren mit klaren Eigenschaften ausgestattet. So konnte man sie von Anfang an gut unterscheiden. Da sie gewissermaßen Stereotypen darstellten, hatte ich beim Lesen oft bestimmte Personen aus meinem Bekanntenkreis vor Augen. Allerdings lassen solche strikt abgegrenzten Charaktere kaum Entwicklung zu. Einzig die Hauptfigur Vera blieb von festen Vorgaben verschont und konnte so im Laufe der Geschichte dazulernen. Sven macht eine Kehrtwende, die mir übertrieben und damit unrealistisch erschien.
Zu den großen Hauptdarstellern kommen noch eine Reihe von kleineren Nebenrollen, die zwar nicht so genau ausgearbeitet waren, aber dafür auf den ersten Blick schon liebenswert. Sie konnten die Geschichte bereichern und die ein oder andere interessante Offenbarung bieten.
Leider konnte man als Leser nicht auf Feuerland dabei sein, obwohl gerade am Anfang des Buches so viel davon gesprochen wird. Nach all der Vorfreude hätte ich mir hier noch einen ausführlicheren Reisebericht gewünscht, aber vielleicht würde das auch den Rahmen sprengen. Die Geschichte wurde ja eh schon ziemlich ausufernd erzählt.
Die Probleme, die Vera in ihrer noch frischen Beziehung mit Paul hat, wurden gut rübergebracht und ich konnte viele Punkte aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Die Liebesgeschichte ist lebensecht und alltagsnah. Dennoch hat mich ein bisschen gestört, dass es so viel hin und her gab. Vera fällt es echt schwer, Entscheidungen zu treffen, zu denen sie dann auch steht. Oft kam ein klares Ja oder Nein eigentlich zu spät, aber Paul ist so geduldig, dass er auch das in Kauf nimmt. Manchmal war er dabei zu sanft.
Sven hat mich zwischendurch richtig genervt, weil er die Scheidung dauernd hinauszögert und nebenbei versucht, Vera wieder zurück zu gewinnen. Dabei hat er ja eine neue Freundin, für die er seine Frau damals verlassen hat. Nur ist ihm die plötzlich nicht mehr gut genug. Manchmal wollte ich den Kerl einfach aus dem Buch ziehen und schütteln, aber Vera ist ja genauso an seinem Verhalten verzweifelt.
Letztlich geht es immer wieder um die Frage, was man eigentlich vom Leben will. Um das herauszufinden, muss man zuerst wissen, was einem gut tut. Das man dabei auch scheitert, zeigt uns Veras Geschichte. Aber das gehört dazu und am Ende findet man immer irgendwie seinen Weg. Auch wenn es ein bisschen länger dauert.

Seichte Unterhaltung für Zwischendurch, die sich gut lesen lässt und die ein oder andere Angst vor dem Alter nehmen kann. Wobei Alter ja relativ ist...

Dienstag, 4. Juli 2017

{Leseliste} Juli

Für den Juli habe ich versucht, mir nicht ganz so viel vorzunehmen, weil ich aktuell für meine Prüfungen lernen muss.


Mechthild Gläser - Die Buchspringer
Yrsa Sigurdardottir - Todesschiff
Lily Oliver - Die Tage, die ich dir verspreche
Jutta Maria Herrmann - Amnesia
Caragh O'Brien - Die Stadt der verschwundenen Kinder
Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch - Band 1

Einige der Bücher wurden mir empfohlen, deshalb sind sie jetzt endlich dran. Was habt ihr schon gelesen oder wollt es vielleicht noch?

Sonntag, 2. Juli 2017

{Gelesen} Juni

Nachdem die Uni mich so lange vom bloggen abgehalten hat, zeige ich euch heute, was ich im letzten Monat gelesen habe. Obwohl ich zwischendurch kaum Zeit hatte, ist das Ergebnis doch gar nicht so schlecht. Zum Vergleich wie immer meine Leseliste:


Mona Kasten - Feel again
Ashley Little - Niagara Motel
Franka Bloom - Anfang 40, Ende offen
Tara Sivec - Love me, Idiot!
Nika Lubitsch - Erpresst
Marcus Hünnebeck - Stumme Vergeltung
Stefanie Hasse - Book Elements 3

Es sind dann diese Bücher geworden:


Maya Shepherd - 50 Tage (Der Sommer meines Lebens)
Adriana Popescu - 5 Tage Liebe
Amy Baxter - Simply with you
Adriana Popescu - Ewig und eins
Marcus Hünnebeck - Stumme Vergeltung


Adriana Popescu - Ewig und eins
Dieses Buch hat mich sehr berührt und die Geschichte war fantastisch erzählt. Die Autorin hat einen wunderschönen Schreibstil und kann mich immer wieder mitreißen.


Marcus Hünnebeck - Stumme Vergeltung
Dieses Buch war leider langweilig und vorhersehbar. Ich konnte weder der Handlung noch den Protagonisten etwas abgewinnen.



Habt ihr schon eines dieser Bücher gelesen? Und wie hat es euch gefallen?

Montag, 19. Juni 2017

{Rezension} feel again

Diesmal fiel mir das Schreiben richtig schwer, was nicht unbedingt an dem Buch lag, sondern eher daran, dass ich momentan sehr viel zu tun habe und nicht mehr viele Kapazitäten frei sind. Da mir aber schon die ersten beiden Teile ("begin again" und "trust again") sehr gut gefallen haben, nun auch zum Abschluss der Trilogie noch ein paar Worte.










Sawyer beschränkt ihr Liebesleben auf OneNightStands. Eine Beziehung ist nichts für sie. Zu sehr fühlt sie sich durch ihre Kindheit zerstört, um sich jemandem anvertrauen zu können. Bis plötzlich der unscheinbare nerdige Isaac in ihr Leben tritt. Anfangs sieht sie in ihm nur ein Projekt; sie macht ihn zum Frauenschwarm und fotografiert die Veränderung für ihre Abschlussarbeit. Doch schon bald entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden, die Sawyers Entschluss zum Wanken bringt.







Es war schön, die Personen aus den früheren Büchern noch einmal zu treffen. Vor allem Dawn war sehr authentisch beschrieben, Allie dagegen war leider etwas blass. Kayden spielt hier wieder eine Rolle und gewinnt noch etwas mehr Profil. Auch Isaac lernen wir ja bereits in "trust again" kennen.
Die Charaktere waren sehr gut herausgearbeitet. Vor allem Sawyer ist unglaublich vielschichtig und man konnte sie wie einen echten Menschen nach und nach kennen lernen. Sie gewinnt im Gegensatz zu den ersten Büchern etliches an Liebenswürdigkeit hinzu. Ihre Vergangenheit wird nicht auf einen Schlag enthüllt, sondern stückweise in dem Maße, wie sie sich Isaac zu öffnen lernt. Dadurch wird ihr Trauma noch einmal greifbarer und besser verständlich. Auch der Konflikt mit ihrer Schwester Riley bezüglich deren Hochzeit macht noch einmal deutlich, was in Sawyers Innerem vorgeht und womit sie zu kämpfen hat.
Isaac lernt man durch Sawyers Augen kennen, was ihn unheimlich sympathisch macht, aber auch schonungslos seine Schwächen offenbart. Nicht immer konnte ich ihn verstehen, aber das hat sich gut in den Verlauf der Handlung eingefügt.
Die Geschichte ist voller Emotionen, die immer ausführlich geschildert werden. Dadurch habe ich beim Lesen ein ähnliches Gefühlschaos durchgemacht wie die Hauptpersonen. Hier zeigt sich einfach das Talent von Mona Kasten, Situationen aus dem Leben zu greifen und so plastisch wiederzugeben, dass fast jeder sich darin finden kann.
Eine liebende Familie wird hier als Ideal und Ziel aller Sehnsucht dargestellt, was besonders diejenigen treffen wird, die nicht schon von Kindesbeinen an damit gesegnet sind. Damit wird aber gleichzeitig der Wert von selbstgewählten zwischenmenschlichen Beziehungen heruntergesetzt. Ein solches Ideal aufzubauen, halte ich für problematisch, da es auch Sawyers bisheriges Leben als ungenügend darstellt und entgegen anderer Lebenskonzepte läuft.
Mir ist mehrmals aufgefallen, dass Sawyer das Objektiv ihrer Kamera abschraubt, bevor sie Fotos macht, und anschließend wieder drauf. Natürlich kann ich mir denken, dass hier lediglich die Schutzkappe vorne auf dem Objektiv gemeint ist, da alles andere das Fotografieren unmöglich machen würde. Allerdings soll Sawyer angehende Profi-Fotografin sein. In dem Fall halte ich es für absolut notwendig, dass die Autorin dieses Bild durch eine angemessene Begriffswahl unterstützt.
Ich denke, zur Konzeption der Handlung, dem Kitsch-Faktor und dem Schreibstil muss ich nicht mehr viel sagen. All das war hier wieder wunderbar. Genaueres könnt ihr den Rezensionen zu "begin again" und "trust again" entnehmen.








Ein schöner Abschluss einer guten Trilogie. Leider im Vergleich mit den anderen Bänden mit deutlichen Schwächen. Wer begonnen hat, sollte sich aber dennoch Sawyers Geschichte nicht entgehen lassen.

Dienstag, 13. Juni 2017

{Rezension} Hölle auf Erden








Mark Nelson wird hinzugerufen, als eine Frau mit merkwürdigen Narben im Gesicht auftaucht. Sie behauptet, gestorben und nun zurückgebracht worden zu sein. Tatsächlich sieht sie einer vor zwei Jahren verunglückten Frau erschreckend ähnlich.
Pünktlich zum Geburtstag seines ermordeten Sohnes erhält David Groves wieder eine Karte. Diesmal steht darauf: Ich weiß, wer es getan hat. Kurz darauf sterben mehrere Menschen unter mysteriösen Umständen.
Beide Detectives sind mit unerklärlichen Fällen konfrontiert, die sie direkt in die Hölle führen.







Der Anfang hat mich sofort gefesselt. Man erfährt direkt vom grausamen Tod von Groves Sohn, der im weiteren Verlauf eine bedeutende Rolle spielt. Vor diesem Hintergrund wird auch Groves selbst charakterisiert und sein Handeln verständlich. Er ist ein gebrochener Mann und das merkt man sehr deutlich.
Es geht spannend weiter, denn auch in Marks Gegenwart dauert es nicht lange, bis die Frau mit den Narben im Gesicht auftaucht. Charlie heißt sie und ist fest davon überzeugt, vor zwei Jahren gestorben zu sein. Mark führt etliche Gespräche mit ihr um langsam die Wahrheit herauszufinden. Was anfangs noch absurd schien, wird immer glaubhafter und ich konnte manchmal nicht schnell genug in diesen Handlungsstrang zurückkehren, um endlich zu erfahren, was dahinter steckt.
Beide Geschichten laufen zunächst parallel. Dazwischen werden auch immer wieder Episoden aus der Sicht anderer beteiligter Personen erzählt. So ist man gezwungen, sich beim Lesen zu konzentrieren, damit man der Handlung folgen kann. Ich hatte das Pech, zwischendurch eine Lesepause einlegen zu müssen, und habe danach nur schlecht wieder in die Geschichte gefunden. Je komplexer alles wurde, desto öfter habe ich die einzelnen Handlungsstränge vermischt, bis in meinem Kopf ein großes Chaos herrschte. Zusätzlich wird am Ende noch zwischen mehreren Zeitebenen unterschieden, die mir vorher beim Lesen gleichzeitig vorkamen.
Erst sehr spät kommt der Zusammenhang zwischen den Geschehnissen zustande. Dann wird auf wenigen Seiten aufgelöst, was vorher ein Mysterium war. Leider habe ich am Ende nicht mehr ganz durchgeblickt, sodass mir ein paar Details entgangen sind. Hier hätte ich mir mehr Raum für Erklärungen und eventuelle Wiederholungen gewünscht, damit das Durcheinander am Ende einen würdigen Abschluss bekommt und meine Fragen auch wirklich alle beantwortet werden.
Es wird eine Verbindung zu einem früheren Fall, dem 50/50-Killer, aufgebaut. Man muss das entsprechende Buch jedoch nicht gelesen haben. Alle wichtigen Ereignisse werden erzählt und auch die damals beteiligten Personen erneut eingeführt. Das bringt zusätzliche Spannung in die Geschichte, vor allem für diejenigen, die den "50/50-Killer" kennen. Leider wurde diese Verbindung am Ende nicht mehr mit bedacht, sodass sie in der Auflösung keine Rolle mehr spielt. Dafür laufen die anderen Fäden korrekt ineinander und auch wenn nicht alles restlos geklärt werden kann, weiß man als Leser am Ende doch, wie die Täter gearbeitet haben und was mit Groves Sohn und der Frau mit den Narben geschehen ist.
Es gibt mehrere Tote, deren Verletzungen in ihrer Brutalität genau beschrieben werden. Gleichzeitig ist so viel Luft da, dass ich mein Kopfkino kurzzeitig ausschalten konnte, wenn es mir zu viel wurde. Die Morde selbst werden nie beschrieben, was ich gut fand. Es geht hier mehr um die psychologischen Wirkungen von Zwang, Manipulation und Gewalt.








Ein spannender Thriller, der Angst vor der Dunkelheit macht. Gut geschrieben, aber so komplex, dass man ihn schnell lesen sollte.

Montag, 12. Juni 2017

{Leseliste} Juni

Wie schon angekündigt ist meine Leseliste nicht sehr spektakulär. Und aufgrund mehrerer Ereignisse viel zu spät, sodass ich schonmal ein bisschen was gelesen habe. Hauptsächlich sind es die nicht geschafften Bücher vom Mai. Also drückt mir die Daumen, dass ich diesmal erfolgreich bin!


Mona Kasten - Feel again
Ashley Little - Niagara Motel
Franka Bloom - Anfang 40, Ende offen
Tara Sivec - Love me, Idiot!
Nika Lubitsch - Erpresst
Marcus Hünnebeck - Stumme Vergeltung
Stefanie Hasse - Book Elements 3

Wenn ihr irgendwas davon empfehlen könnt, dann immer her damit! Ich könnte noch ein bisschen Motivation brauchen.

Samstag, 10. Juni 2017

{Sommerlesenacht} bei Cook Bake Book

Es gibt immer noch keine neue Leseliste. Aber das hole ich so bald wie möglich nach. Eigentlich sind es im Wesentlichen die Bücher aus dem letzten Monat, die ich nicht geschafft habe.
Heute Abend habe ich aber erstmal ein besonderes Highlight für euch. Es ist nämlich wieder Zeit für eine Lesenacht. Diesmal wird sie von Luise veranstaltet.


Um neun geht es los, bis dahin bleibt mir noch etwas Zeit zu überlegen, welches Buch ich beginnen möchte. Ich habe nämlich trotz Ferien in der letzten Woche nicht so viel gelesen, wie ich wollte. Stündlich wird sie dann eine Frage oder Aufgabe stellen, die ich natürlich hier beantworten werde. Seid dabei!


Ich habe mich für "Ewig und eins" von Adriana Popescu entschieden. Das Buch liegt bei mir seit Dezember, also noch gar nicht so lange. Ich hoffe aber, heute Abend den größten Teil davon zu schaffen.
Ich hab hier ein bisschen was zu futtern und werde es mir jetzt gleich in meinem Bett gemütlich machen.



Ella, die Hauptfigur, ist auf ihrem Abitreffen, wo sie auf Ben trifft, ihren Exfreund, und Jasper, ihren besten Freund. Beide hat sie seit 7 Jahren nicht gesprochen und der Abschied war wohl nicht so glücklich.
Ich denke, mir würde es auf meinem Abtreten ähnlich gehen wie Ella. Auch ich habe mich sehr verändert seitdem. Deshalb kann ich sie gerade gut verstehen und bin echt neugierig, wie sich der Abend für sie noch entwickelt.
Ihre Freunde wirken sehr sympathisch, aber da steht etwas zwischen ihnen, das die Stimmung trübt.
Natürlich darf auch die Klassenzicke nicht fehlen, die würde ich auch nicht wiedersehen wollen. Zum Glück verlassen die drei jetzt erstmal die Party.


Ich lese fast alle Genres, nur mit Historischem und Horror habe ich es nicht so. Zur Zeit lese ich oft unterschiedliches parallel.
Im Monat schaffe ich ungefähr acht Bücher. Könnte auch daran liegen, dass ich seit ich Leselisten mache, mir auch wieder mehr Zeit zum Lesen nehme.
Meinen SuB habe ich heute erst aktualisiert, darauf befinden sich über 170 Bücher. Das macht mir echt Angst.


"Kurz halte ich die Luft an, weil ich wissen will, was Ben so alles denkt, aber er spricht nicht weiter, sieht nur zu Jasper, der weiter stur auf die Straße sieht und mit den Schultern zuckt."

Ich bin eigentlich gerade ziemlich wach, kann auch daran liegen, dass ich gerade Ferien hatte und abends immer lange wach bleiben konnte. Und natürlich heute morgen ausgeschlafen habe.


Ich habe 210 Seiten gelesen und bin damit zufrieden. Jetzt werde ich allerdings schlafen gehen, so langsam schleicht sich dann doch die Müdigkeit ein. Ich hoffe aber, mein Buch morgen beenden zu können, es ist nämlich echt gut.

Mittwoch, 7. Juni 2017

{DM17} Quidditch-Fieber in Deutschland

Eigentlich wollte ich euch meine aktuelle Leseliste zeigen, aber ich bin immer noch so euphorisch von der Deutschen Meisterschaft, dass ich zuerst davon erzählen muss. Bitte verzeiht, wenn ich die englischen Begriffe nutze, da wir diese auch bei den Spielen nutzen.


Für alle, die bisher noch nichts von Quidditch gehört haben, hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Regeln:
Die Chaser (weißes Headband) versuchen, Punkte zu erzielen, indem sie mit dem Quaffel (Volleyball) durch die Ringe der gegnerischen Mannschaft werfen. Der Keeper (grünes Headband) spielt ebenfalls mit dem Quaffel. Die Beater (schwarzes Headband) können die gegnerischen Spieler aufhalten, indem sie sie mit den Bludgern (Dodgebälle) abwerfen. Wer abgeworfen ist, muss zu seinen eigenen Ringen zurücklaufen. Der Snitch Runner kommt nach der 17. Minute aufs Feld, die Seeker noch eine Minute später. Das Spiel endet, wenn einer der Seeker den Snitch (Socke an der Hose des Snitch Runners) gefangen hat.
Jedes Tor gibt 10 Punkte, jeder Snitch Catch 30 Punkte. Es ist ein Vollkontaktsport, es dürfen sich jedoch immer nur diejenigen Spieler berühren, die mit dem gleichen Ball spielen.
Eine genaue Übersicht aller Regeln, sowie Bilder und Berichte bietet die Seite des Deutschen Quidditch Bundes.

Back to hoops!

Am vergangenen Wochenende fand die Deutsche Quidditchmeisterschaft in Jena statt. Natürlich war auch mein Team, die Black Forest Bowtruckles, am Start. Im Vorfeld wurden die 21 teilnehmenden Mannschaften in 6 Gruppen eingeteilt. Die Platzierung in der Gruppe sollte über die weiteren Spiele entscheiden.

Bowtruckles, are you ready? - YEAH!!!

Samstag, 3.6.
Das erste Spiel des Tages fand für uns gegen die Ruhr Phoenix aus Bochum statt. Dieses Team war ganz klar das stärkste Team in unserer Gruppe, wir haben hart gekämpft, aber mit 180* - 0 (das * steht für den Snitch Catch) verloren. Doch nun waren wir warm gespielt und wollten einen Sieg einfahren.
Es folgte das Spiel gegen die Braunschweiger Broomicorns, eine spannende Partie, die relativ ausgeglichen war. Durch den Catch konnten wir sie allerdings mit 50 - 60* für uns entscheiden.

Die 97 bin ich, die rosanen Spieler sind Broomicorns.

Jetzt blieben nur noch die Binger Beasts übrig. In diesem Spiel konnten wir durch taktische Überlegenheit mit 40 - 100* einen klaren Sieg holen. Damit waren wir Gruppenzweite.
Zwischendurch waren einzelne Spieler unserer Mannschaft immer wieder als Referee oder Volunteer bei Spielen anderer Teams eingeteilt. Ich selbst durfte Time- und Scorekeeper machen. Dadurch war man zwar sehr beschäftigt, konnte aber auch neue Leute kennen lernen und interessante Spiele sehen.

Das Gelbe ist der Snitch Runner.

Für jede Platzierung wurden nun zwei neue Gruppen gebildet, wir mussten nun also gegen zwei andere zweitplatzierte Mannschaften antreten. Leider hat uns an der Stelle das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es zog ein heftiges Gewitter auf, weswegen wir aus Sicherheitsgründen nicht weiterspielen durften. Die restlichen Spiele des Tages wurden abgesagt. Der Spielplan musste nun umgeworfen und neu geschrieben werden, damit man am nächsten Tag auf drei statt acht Pitches (wir mussten wegen des Wetters auf Kunstrasen umziehen) weiterspielen konnte. Bis zum nächsten Morgen war ungewiss, was uns erwarten würde, aber ein Platz in den Top10 schien noch in Reichweite.

Sonntag, 4.6.
Noch früher als am Samstag sollten die ersten Spiele beginnen, damit man auch alles bei Tageslicht schaffen würde. Unser erster Gegner waren die Berlin Bluecaps. Obwohl man es ihnen nicht sofort ansieht, ist diese Mannschaft vor allem taktisch sehr gut aufgestellt und so konnten sie uns auch mit 100* - 40 besiegen.
Danach mussten wir gegen unsere Kabinenfreunde von den Looping Lux Leipzig antreten. Diese zeichneten sich vor allem durch ein starkes körperliches Spiel aus, sodass es nicht ohne Verletzungen abging. Auch hier mussten wir uns mit 120* - 20 geschlagen geben.

Die Weißen sind die Binger Beasts.

Nun waren wir also in Dritte in der zweiten Gruppenphase. Damit blieb uns noch das Spiel um den 11. Platz, das wir gegen den Dritten der anderen Zweitplatziertengruppe ausfechten würden. Wundersamerweise trafen wir hier auf die Jena Jobberknolls, mit deren Spielern ich mich besonders verbunden fühle. Wir waren beide ungefähr gleich stark, sodass alle bis zuletzt zittern mussten. Doch ein weiterer Catch brachte uns den erhofften Sieg mit 50 - 70*.
Jetzt hatten wir Feierabend und konnten in aller Ruhe noch die Spiele um die ersten Plätze ansehen. Sowohl das Spiel um Platz drei als auch das Finale war wirklich spannend. Schlussendlich sind die Three River Dragons Passau neue Deutsche Meister geworden. Herzlichen Glückwunsch!


Das ganze Turnier hat unheimlich viel Spaß gemacht. Die Quidditch Community ist einfach unschlagbar! Wir haben sehr gut gespielt und auch wenn wir nicht immer gewonnen haben, waren es durchweg faire und schöne Spiele. Wir konnten den 11. Platz erreichen und sind damit vollauf zufrieden.

Samstag, 3. Juni 2017

{Gelesen} Mai

Diesen Monat habe ich echt wenig gelesen, also für mein Empfinden. Ich habe tatsächlich schon zwischendurch gemerkt, dass das wohl nichts mehr wird, was auch daran lag, dass meine Wochenenden reichlich gefüllt waren. Im Juni wünsche ich mir wieder mehr Zeit zum lesen, immerhin sind dann auch die Pfingstferien.

Diesen ganzen Stapel hatte ich mir vorgenommen:


Carrie Price - New York Diaries - Sarah
Franka Bloom - Anfang 40, Ende offen
Tara Sivec - Kiss me, Stupid! / Maybe, Baby! / Love me, Idiot!
Steve Mosby - Hölle auf Erden
Nika Lubitsch - Erpresst
Marcus Hünnebeck - Stumme Vergeltung
Stefanie Hasse - Book Elements 3
Robinson Wells - Guides
Kat Reid - Dark Wings

Und diese Bücher habe ich geschafft:


Carrie Price - New York Diaries - Sarah
Tara Sivec - Kiss me, Stupid! / Maybe, Baby!
Sina Müller - Lena in love - Band 1&2

Außerdem lese ich zur Zeit noch "Hölle auf Erden" von Steve Mosby. Damit werde ich sicher auch demnächst fertig.

Es gab diesen Monat kein Buch, dass ich nicht mochte. Deshalb gibt es diesmal keinen Flop, also kein Buch, das ich nicht empfehlen kann. Trotzdem sticht eines besonders positiv heraus:


Carrie Price - New York Diaries - Sarah
In diesem Buch war so viel Leidenschaft spürbar, in erster Linie für die Musik, aber auch für alle Menschen, mit denen Sarah in Kontakt kommt. Es war unglaublich schön, die Welt durch ihre Augen zu sehen.

Dienstag, 30. Mai 2017

{Rezension} Dark Wings








Auf dem Heimweg wird Fio von zwei Unbekannten überfallen. Der attraktive Zac rettet sie und besteht fortan darauf, sie zu beschützen. Es wird immer klarer, dass Fio kein zufälliges Opfer war. Was ist in ihrer Vergangenheit geschehen? Auch Zacs Motive sind nicht so edel, wie sie scheinen, doch er lässt niemanden hinter seine Fassade schauen. Was hat er zu verbergen?







Der Einstieg in die Geschichte war sehr spannend gestaltet. Nachdem Fio Zac zum ersten Mal sieht, wechselt die Perspektive und wir erleben den Überfall aus seiner Sicht. Dadurch weiß man als Leser sofort, dass er nicht mit offenen Karten spielt, es bleibt jedoch lange unklar, was sein Geheimnis ist. Meistens erzählt Fio, doch die kleinen Einblicke in Zacs Innenleben lockern das Ganze auf. Wenn man ihn erstmal kennen gelernt hat, ist er ein toller Typ, der es nur noch nicht weiß.
Fio ist ein liebenswerter Hauptcharakter. Ich habe sie sofort ins Herz geschlossen und konnte mich auch während der Geschichte mit ihr identifizieren. Ihre Entscheidungen werden plausibel gemacht und ihre Worte empfand ich als natürlich. Sie ist das Mädchen von nebenan, dass die emotionale Bindung des Leser weckt. Durch sie wird die fantastische Erzählung geerdet.
In der Geschichte spielen Dämonen, Engel und übernatürliche Mächte eine zentrale Rolle. Ich war überrascht, wie viele Übereinstimmungen es hier mit der Bibel und der Lehre der Kirche gab, wenn auch nicht als solche gekennzeichnet. Es wird nie explizit von einem Gott als höchstem Wesen gesprochen, doch er wird auch nicht verneint. Wer sich hier ein bisschen auskennt, wird das Buch dadurch gleich umso glaubwürdiger finden. Aber auch ohne spezielles Vorwissen kann man der Handlung gut folgen. Alles wird ausführlich erklärt, schließlich ist es auch für die Protagonistin Fio neu.
Auch die Handlungsmotive und Zusammenhänge waren für mich immer gut verständlich, sodass die Geschichte in sich schlüssig war. Alles, was geschieht, ist so anschaulich beschrieben, dass ohne mein Zutun ein Film vor meinem inneren Auge entstanden ist.
Ein bisschen schade fand ich, dass Fios Mutter nur sehr wenige Sätze eingeräumt wurden, obwohl in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Hier hätte man vielleicht noch stärker drauf eingehen können und die Figur lebendiger gestalten.
Die Hexe Esther ist ebenfalls eine der tragenden Personen. Bei ihrem ersten Auftritt erschien sie mir noch extrem merkwürdig, aber nach einer Weile bin ich mit ihr warm geworden und fand sie zum Schluss wirklich cool. Sie sorgt mehrmals für die entscheidende Wendung und hat immer schon einen Schritt weiter gedacht.
Alle Engel und Dämonen werden hier mit ausgesprochen menschlichen Charakterzügen gezeichnet. Dadurch konnte ich mich auch in sie hineinversetzen, was dem Buch zusätzliche Spannung verliehen hat. Es sorgt gleichzeitig dafür, dass sie in gewissem Sinne unberechenbar werden, schließlich sind gerade die Dämonen stark von Gefühlen geleitet. Der klassische Kampf Gut gegen Böse wird hier auf eine sehr klassische Art ausgetragen. Dennoch müssen sich die Protagonisten zwischendurch fragen, auf welcher Seite sie stehen wollen und was in ihrem Leben Priorität haben soll. Damit ist auch der Leser angefragt, sich für das Prinzip zu entscheiden, das sein Leben bestimmen soll.








Spannende Fantasy, die vor allem durch ihre Protagonistin und die gut nachvollziehbare Beschreibung besticht. Wer ein herz für Engel und Dämonen hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

Samstag, 27. Mai 2017

{100 Books} Langsam, aber stetig

Mühsam geht es voran, auch weil ich natürlich viele andere Dinge zu lesen habe, aber ich habe seit dem letzten Update immerhin ein paar Bücher aus der Liste gelesen. Außerdem habe ich die ersten Bücher aussortieren müssen.
"Ein Jahr voller Wunder" habe ich im Dezember begonnen und dann abgebrochen, weil ich auch nach 100 Seiten noch kein Interesse an der Geschichte hatte.
Im April habe ich dann "Stolz und Vorurteil" gelesen und fand es sehr mühsam. Ich kam mit dem Schreibstil und den zeittypischen Gewohnheiten der Personen nicht zurecht, deshalb konnte mich dieses vielgeliebte Buch leider so gar nicht begeistern. Deshalb habe ich beschlossen, die anderen beiden Bücher von Jane Austen, die noch auf der Liste stehen, nicht zu lesen. Es soll ja schließlich kein Kampf sein, sondern Spaß machen.
Hier ist nun also mein aktueller Stand bei der "100 Books"-Challenge:


schon gelesen
schon auf dem SuB
  1. Alibi - Agatha Christie
  2. Alice im Wunderland - Lewis Carroll
  3. Amor - Trilogie - Lauren Oliver
  4. Artemis Fowl - Eoin Colfer
  5. Bernsteintränen - Izabelle Jardin
  6. Blutrote Schwestern - Jackson Pearce
  7. Changers - T Cooper, Allison Glock
  8. Dark Canopy - Dilogie - Jennifer Benkau
  9. Das Bildnis des Dorian Gray - Oscar Wilde
  10. Das dänische Mädchen - David Eberhoff
  11. Das Geheimnis der eulerschen Formel - Yoko Ogawa
  12. Das Haus der vergessenen Bücher - Christopher Morley
  13. Das Labyrinth der Wörter - Marie-Sabine Roger
  14. Das Mädchen mit den gläsernen Füßen - Ali Shaw
  15. Das Meer in deinem Namen - Trilogie - Patricia Koelle
  16. Das Phantom der Oper/Das Phantom - Gaston Leroux/Susan Kay
  17. Das Schicksal ist ein mieser Verräter - John Green
  18. Das Tagebuch der Anne Frank - Anne Frank
  19. Dem Horizont so nah - Jessica Koch
  20. Der alte Mann und das Meer - Ernest Hemingway
  21. Der große Gatsby - F. Scott Fitzgerald
  22. Der Herr der Ringe - J. R. R. Tolkien
  23. Der Junge im gestreiften Pyjama - John Boyne
  24. Der kleine Prinz - Antoine de Saint-Exupéry
  25. Der Mann, der den Regen träumt - Ali Shaw
  26. Der Marsianer - Andy Weir
  27. Der Nachtzirkus - Erin Morgenstern
  28. Der Sternenfänger - Francesc Miralles
  29. Die Augen des Iriden - Maja Loewe
  30. Die Autobiographie der Zeit - Lilly Lindner
  31. Die Elenden - Victor Hugo
  32. Die Erfindung der Flügel - Sue Monk Kidd
  33. Die Luna-Chroniken - Marissa Meyer
  34. Die Reise der Amy Snow - Tracy Rees
  35. Die Säulen der Erde - Ken Follett
  36. Die Seiten der Welt - Kai Meyer
  37. Die Spur des Mondbären - Gill Lewis
  38. Die Tallin-Verschwörung - Nicola Marni
  39. Die Tribute von Panem - Suzanne Collins
  40. Die unendliche Geschichte - Michael Ende
  41. Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown - Anne Helene Bubenzer
  42. Edelsteintrilogie - Kerstin Gier
  43. Effi Briest - Theodor Fontane
  44. Ein ganzes halbes Jahr - Jojo Moyes
  45. Ein Jahr voller Wunder - Karen Thompson Walker (AUSSORTIERT)
  46. Ein Sommernachtstraum - William Shakespeare
  47. Ein Teil von uns - Kira Gembri
  48. Eine Handvoll Worte - Jojo Moyes
  49. Eins - Sarah Crossan
  50. Emmy und Oliver - Robin Benway
  51. Fangirl - Rainbow Rowell
  52. Faust. Eine Tragödie - Johann Wolfgang von Goethe
  53. Freak City - Kathrin Schrocke
  54. Für immer, dein Dad - Lola Jaye
  55. Das Spiel von Liebe und Tod - Martha Brockenbrough
  56. Ghost - Robert Harris
  57. Große Erwartungen - Charles Dickens
  58. Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer
  59. Hallo Mr Gott, hier spricht Anna - Fynn
  60. Hamlet - William Shakespeare
  61. Harry Potter - Joanne K. Rowling
  62. Herz aus Glas-Trilogie - Kathrin Lange
  63. Ich schreib dir morgen wieder - Cecilia Ahern
  64. Ich und die Menschen - Matt Haig
  65. Ich werde immer da sein, wo du auch bist - Nina LaCour
  66. Illuminati - Dan Brown
  67. Im Hause Longbourn - Jo Baker
  68. Isola - Isabel Abedi
  69. Jane Eyre - Emily Brontë
  70. Kinder- und Hausmärchen - Gebrüder Grimm
  71. Landline - Rainbow Rowell
  72. Lieblingsmomente-Dilogie - Adriana Popescu
  73. Lists of Note - Shaun Usher
  74. Lucian - Isabel Abedi
  75. Mit anderen Worten: ich - Tamara Ireland Stone
  76. Noah - Sebastian Fitzek
  77. Peter Pan - James Matthew Barrie
  78. Pinguine lieben nur einmal - Kyra Groh
  79. Pippi Langstrumpf - Astrid Lindgren
  80. Ronja Räubertochter - Astrid Lindgren
  81. Rot wie das Meer - Maggie Stiefvater
  82. Schöne neue Welt - Aldus Huxley
  83. Sherlock Holmes - Sir Arthur Conan Doyle
  84. Simpel - Marie Aude-Murail
  85. Speechless - Hannah Harrington
  86. Stolz und Vorurteil - Jane Austen 
  87. Super gute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Bone - Mark Haddon
  88. The strange and beautiful sorrows of Ava Lavender - Leslye Walton
  89. Terror - Ferdinand von Schirach
  90. Tintentrilogie - Cornelia Funke
  91. Überredung - Jane Austen (AUSSORTIERT)
  92. Und Gott sprach: Wir müssen reden! - Hans Rath
  93. Verstand und Gefühl - Jane Austen (AUSSORTIERT)
  94. Vielleicht lieber morgen - Stephen Chobsky
  95. Vom Winde verweht - Margaret Mitchell
  96. Raven Boys - Trilogie - Maggie Stiefvater
  97. Wenn du dich traust - Kira Gembri
  98. Wer die Nachtigall stört - Harper Lee
  99. Wer Schatten küsst - Mark Levy
  100. Wüstenblume - Waris Dirie
Damit habe ich mittlerweile 36/100 Büchern gelesen, sowie 3 Bücher aussortiert. 

Nun stellt sich nur noch die Frage: Was sollte ich als nächstes lesen?

Montag, 22. Mai 2017

{Rezension} Guides








Alice Vater arbeitet bei der NASA. Als ein Raumschiff mitten in Minnesota abstürzt, muss er deswegen sofort hin. Alice geht von nun an auf ein nahegelegenes Elite-Internat. Dort lernt sie nicht nur neue Freunde kennen, sondern beobachtet auch, wer da eigentlich das Raumschiff verlässt. Sie sehen aus wie Menschen und nennen sich "Guides", doch schon bald wird deutlich, dass sie etwas zu verbergen haben. Was steckt tatsächlich hinter dem Absturz? Kommt da womöglich noch mehr auf die Menschheit zu?








Die Idee hinter dem Buch ist einfach großartig. Was passiert, wenn ein riesiges Raumschiff mitten in den USA abstürzt und dabei Tausende von Menschen tötet? Wie reagiert die Gesellschaft, die Politik und die Medien? Wer steigt da überhaupt aus? All diese Fragen werden aufgeworfen und behandelt. Natürlich handelt es sich hier um Science Fiction, doch die Erde ist die, die wir aus unserem täglichen Leben kennen. Die Menschen könnten unsere Nachbarn sein. Durch diese realistische Kulisse fiel es mir leicht, mich in die Situation hineinzuversetzen. Die Stimmung in der Bevölkerung nach dem Absturz des Raumschiffs ist sehr authentisch eingefangen. Der Autor spielt hier mit den gängigen Vorstellung rund um UFOs und Außerirdische, gleichzeitig wirkt nichts von dem Geschilderten übertrieben. In unserer oft so chaotischen Welt ist die Panik, die sich aufgrund des UFOs ausbreitet, nur zu gut verständlich.
Dank ihrer frechen und offenen Art habe ich mich sofort mit der Protagonistin verbunden gefühlt. Alice ist ein lebensfrohes, abenteuerlustiges und zutiefst loyales Mädchen. Als es darauf ankommt, wächst sie über sich hinaus und behält stets einen klaren Kopf. An ihrer Seite habe ich vom ersten Blick auf das Raumschiff an mitgefiebert und stets auf einen guten Ausgang der Geschichte gehofft.
Die Guides konnte ich mir sehr gut vorstellen mit all den Problemen, die plötzlich auf sie zukommen. Sie sind oft sehr zurückhaltend und es fällt bis zuletzt schwer, sie zu durchschauen. Doch Stück für Stück können Alice und ihre Freunde ihr Geheimnis aufdecken.
In diesem Buch wurden all meine Fragen plausibel beantwortet. Es war echt spannend, die Hintergründe zu erfahren, sowohl was die Geschichte der Guides angeht, als auch die Forschungen der NASA. Die Ureinwohner Nordamerikas bilden hier die Basis für die aktuellen Ereignisse. Alice ist über ihre Großmutter mit den Navajos verbunden. Nur so wird auch das Ende nachvollziehbar. Die für mich fremde Kultur wurde sensibel und anschaulich vermittelt.
Die Geschichte ist leicht, aber fesselnd geschrieben. Erst ab der Mitte des Buches gab es tatsächlich Action, aber schon vorher war ich in der Handlung gefangen und habe gebannt verfolgt, wie sich die Problematik mit den Außerirdischen entwickelt und was Alice im Internat erlebt.
Freundschaft ist in diesem Buch ein zentrales Thema. Das geht vom ersten Kennenlernen über vertrauliche Gespräche und gemeinsame Erlebnisse bis hin zum absoluten Füreinandereinstehen. Dabei kommt es nie darauf an, wer von der Beziehung profitiert, sondern immer nur auf den Wert des einzelnen Menschen. Das hat mir sehr gut gefallen, weil es in dem geschilderten Chaos eine unantastbare Konstante gebildet hat. Egal, was passiert ist, die Freunde konnten sich aufeinander verlassen.








Eine spannende Science-Fiction-Story mit ungewöhnlichen Hintergründen aus der Perspektive einer mutigen Jugendlichen. Sehr schön geschrieben.

Donnerstag, 18. Mai 2017

{Zitat} Von der Liebe zum Blog

Heute habe ich nach all den Rezensionen mal wieder ein Zitat für euch. Es ist aus dem Buch "Drei Wünsche hast du frei" von Jackson Pearce.


Als ich das aus meiner Sammlung ausgesucht habe, musste ich sofort ans Bloggen denken. Dabei kommt es in meinen Augen nämlich wesentlich darauf an, dass man mit dem Herzen dabei ist und seinen Blog gerne betreibt. Niemand liest gerne etwas, dass nur lieblos hingeklatscht wurde. Wenn man etwas wirklich mit Leidenschaft macht, dann ist es auch meistens gut. Vielleicht nicht perfekt, aber das muss es ja nicht immer sein.
Das Zitat lässt sich auch auf die viel diskutierte Professionalisierung anwenden. Soll ich mit meinem Blog Geld verdienen? Soll ich viel Aufwand ins Marketing stecken, um bekannter zu werden? All diese Fragen stellen sich einem Buchblogger früher oder später und auch ich hab mich schon damit beschäftigt. Hier kann wohl jeder nur seine eigene Entscheidung treffen. Was aber feststeht ist, dass es nichts bringt, sich dauernd um neue Leser zu bemühen, wenn einem dabei der Spaß an der Sache verloren geht. Dann haben nämlich auch die Zahlen keinen Wert mehr.
Letztlich geht es darum, dass wir die Dinge mit Leidenschaft tun. Das gilt nicht nur für Blogger, sondern für jedes Hobby und viele andere Bereiche unseres täglichen Lebens.